Die Bedeutung von Hochleistungscomputern hat heute in fast allen Teilbereichen der Wissenschaft stark zugenommen. Auch die deutschen Universitäten müssen daher in diesem Bereich nachrüsten, um international nicht den Anschluss zu verlieren. Mit Mogon II hat in Mainz nun der schnellste Rechner an einer deutschen Universität aller Zeiten den Betrieb aufgenommen. Er schafft 1.967.800.000.000.000 floating operations – kurz: FLOPS – pro Sekunde. Damit liegt der Superrechner im weltweiten Vergleich auf Platz 65. Es handelt sich allerdings um einen Durchschnittswert. In der Spitze kommt Mogon II – benannt nach dem römischen Stadtnamen Mogontiacum – sogar auf 2,8 Petaflops pro Sekunde. Eine Besonderheit zudem: Ein 120-Gigabit-Kabel verbindet den Rechner mit einer ähnlichen Anlage an der TU Kaiserslautern. Bei größeren Aufgaben können sich die Computer so gegenseitig unterstützen.


Soll in Sachen Physik, Klima- und Wetterforschung für neue Erkenntnisse sorgen: Der Supercomputer Mogon II. Bild: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Der Bau des Computers kostete mehr als zehn Millionen Euro

In erster Linie ist Mogon II für die Grundlagenforschung in der Physik gedacht. Die beteiligten Forscher wollen damit unter anderem die Kollision von Teilchen besser nachvollziehen können. Aber auch in der Wetter- und Klimaforschung soll die Rechenleistung zukünftig zu noch genaueren Prognosen führen. Finanziert wurde der neue deutsche Superrechner im Wesentlichen durch die Johannes-Gutenberg-Universität und das Helmholz-Institut. Gemeinsam investierten die beiden Institutionen rund 10,6 Millionen Euro in das Projekt. Eine Beteiligung der Industrie fand nicht statt. Dies hängt damit zusammen, dass die Supercomputer mit extrem hoher Rechenleistung in der Regel für reine Grundlagenforschung genutzt werden.

China hat weltweit die Führung bei Supercomputern übernommen

Ein kritischer Punkt ist zudem stets der Energieverbrauch. In diesem Punkt schneidet der Mainzer Rechner nicht so besonders gut ab: Was den Stromverbrauch angeht, landet der Computer weltweit auf Rang 51. Im Vergleich zum Vorgänger konnte aber zumindest eine Verbesserung erzielt werden: Obwohl die Spitzenleistung rund sieben Mal höher liegt, hat der Energieverbrauch nur um vierzig Prozent zugenommen. Weltweit führend in Sachen Supercomputer ist China. Dort steht mit dem Sunway TaihuLight nicht nur der aktuell schnellste Rechner der Welt, sondern es wird auch bereits am weltweit ersten Exaflop-Computer gearbeitet. Der schnellste Rechner in Deutschland steht im Höchstrechenleistungszentrum Stuttgart und bringt es auf 5,64 Teraflops.

Via: Uni Mainz


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