Der Technologiekonzern IBM und die Forschungsabteilung der University of Michigan haben sich in der Vergangenheit immer weiter unterboten, was den kleinsten Computer der Welt betrifft. Nun konnten die Hochschul-Wissenschaftler einen neuen Rekordwert erreichen. Ihr neuester Rechner ist lediglich noch 0,3 Kubikmillimeter groß – und kann damit auf der Spitze eines Reiskorns platziert werden. Dennoch ist einiges an Technik enthalten: RAM, Prozessoren, Funkchips und Photovoltaik-Module. Letztere werden benötigt, um die Stromversorgung des Computers sicherzustellen. Damit auch stets genug Licht ins Innere des Rechners gelangt, setzten die Wissenschaftler auf eine transparente Bauweise. Eine einleuchtende Idee, die allerdings dafür sorgte, dass im Bereich der Schaltkreise ebenfalls neue Erfindungen notwendig wurden. Nach mehreren Monaten Arbeit konnte nun das finale Produkt präsentiert werden.


Der Mini-Rechner kann Temperaturen sehr genau messen

Allerdings bringt der Mini-Computer einen großen Nachteil mit sich: Wird die Energieversorgung unterbrochen, können keine Daten gespeichert werden. Es ist also durchaus diskutabel, ob es sich überhaupt um einen Computer handelt. Fairerweise muss allerdings gesagt werden, dass dies auch bei dem von IBM präsentierten Produkt der Fall war. Der „Michigan Micro Mote“ genannte Mikro-Rechner verfügt dafür über andere wichtige Fähigkeiten. So kann er Temperaturen extrem genau messen. Die maximale Abweichung liegt bei lediglich 0,1 Grad Celsius. Die gewonnenen Daten werden dann per Funk auf einen größeren Rechner übermittelt. In der Krebsforschung ergeben sich dadurch viele neue Möglichkeiten – insbesondere beim Verständnis von Tumoren.


Der „Michigan Micro Note“ ist biokompatibel

Denn bereits seit einiger Zeit vertreten Wissenschaftler die Hypothese, dass Tumore eine höhere Temperatur aufweisen als das umliegende nicht betroffene Gewebe. Die bisher zur Verfügung stehenden Messgeräte waren aber noch nicht genau genug, um die Theorie mit konkreten Daten zu belegen. Dies könnte sich nun ändern. Denn der Mikro-Computer aus Michigan ist biokompatibel und kann diese Aufgabe übernehmen. Langfristig könnten die so gewonnenen Erkenntnisse dann dazu beitragen, die Behandlung von Tumoren weiter zu verbessern. Die Wissenschaft dürfte zudem schnell noch weitere Einsatzmöglichkeiten für den kleinen und sehr genauen Temperaturmesser finden. Bei IBM wird man sich zudem vermutlich nicht so schnell geschlagen geben, sodass schon bald der nächste Mini-Rechner präsentiert werden könnte.

Via: University of Michigan

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