Die Weltwirtschaft steht durch die immer stärkter werdende Digitalisierung vor einem gewaltigen Umbruch. Die Folgen lassen sich bisher nur schwer prognostizieren. Eines ist aber klar: Solche Umwälzungen bringen immer auch die Gefahr mit sich, dass bisher sehr erfolgreiche Länder und Unternehmen den Anschluss verlieren. Beamte der Europäischen Union beispielsweise warnen schon seit einiger Zeit davor, dass die europäische Industrie zwischen zwei gewaltigen Machtblöcken zerrieben werden könnte. So gibt es auf der einen Seite die starken US-Konzerne wie Apple, Google, Amazon, Facebook und Microsoft. Diese haben sich durch Innovationen in einigen Bereichen eine Art Monopol erkämpft und können dort nun gewaltige Gewinne einfahren. Auf der anderen Seite gibt es chinesische Konzerne, die von der eigenen Regierung durch Protektionismus und viel Geld gefördert werden.


Großkonzerne wie Siemens dürften im Fokus der Politik stehen. Foto: Siemens

Großkonzerne dürften das meiste Fördergeld abgreifen

Innerhalb der Europäischen Kommission haben zahlreiche Spitzenbeamte daher nun ein Ideenpapier lanciert. Darin sind Vorschläge gesammelt, um den Aufbau sogenannter „europäischer Champions“ zu befördern, die dann den Kampf mit den Weltmarktführern aus China und den Vereinigten Staaten aufnehmen sollen. Insgesamt könnten dafür rund 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Diese würden aller Voraussicht nach in einen oder mehrere Fördertöpfe fließen. Europäische Unternehmen könnten sich dann bewerben, um konkrete Projekte finanzieren zu lassen. Noch ist unklar, nach welchen Kriterien das Geld dann letztlich vergeben wird. Als sicher gilt aber, dass vor allem Großkonzerne profitieren werden. Denn diese haben zumeist bereits eigene Abteilungen aufgebaut, die sich nur der Einwerbung von Fördermitteln widmen. Viele Mittelständler können dies in dieser Form hingegen nicht leisten. Die Idee eines Fonds für „europäische Champions“ ist daher auch keineswegs unumstritten.

Abschreckung soll neue Zölle verhindern

Zumal vor allem der wirtschaftliche Erfolg in Deutschland vor allem auf den vielen erfolgreichen mittelständischen Unternehmen basiert. Diese würden zudem besonders stark leiden, sollte sich der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelskrieg weiter verschärfen. Auch hier haben die EU-Beamten eine Idee zur Beherrschung des Konflikts präsentiert: Sie wollen eine Art Gleichgewicht des Schreckens etablieren. Konkret bedeutet dies, dass bereits jetzt eine Liste von Vergeltungszöllen erarbeitet werden soll, die immer dann inkraft treten, wenn die USA ihre Zölle für europäische Produkte erhöhen. Darüber hinaus soll aber auf die Einführung weiterer protektionistischer Maßnahmen verzichtet werden. Im Idealfall sorgt dies dafür, dass aus Angst vor den Konsequenzen gar keine neuen Zölle eingeführt werden. Ganz ungefährlich ist die Vorgehensweise aber nicht. Im schlimmsten Fall kann so auch eine Spirale immer neuer Zölle in Gang gesetzt werden.


Via: Business Insider

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