Weltweit gibt es sieben Arten von Meeresschildkröten. Forscher haben einzelne Tiere aus Atlantik, Pazifik und Mittelmeer nun genauer untersucht und mussten feststellen: Bei allen Exemplaren fand sich Plastikmüll im Magen. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass es sich längst nicht mehr nur um ein lokales Problem handelt, sondern dass so gut wie alle Weltmeere von der Plastik-Problematik betroffen sind. Vor kurzem wiesen Forscher entsprechende Partikel sogar im Eis der Arktis nach. Interessant ist die Untersuchung der Schildkröten aber auch, weil die Wissenschaftler vergleichsweise genau bestimmen konnten, woher der Plastikmüll stammt. Dies ist wichtig, weil nur so auch konkrete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, die über reine Symbolpolitik hinausgehen. Konkret wurden drei Quellen benannt:


Es handelt sich um ein vielschichtiges Problem

1. Synthetikfasern von Textilien


Wenn wir Kleidung aus Polyester tragen und diese anschließend in die Waschmaschine stecken, kommen immer auch einzelne Synthetikfasern in das Abwasser. Die Forscher konnten diese nun auch in den Mägen der Tiere nachweisen. Offensichtlich gelangen die Fasern also zu häufig von der Waschmaschine bis in die Weltmeere. Mögliche Gegenmaßnahme: Kleidung aus rein natürlichen Produkten kaufen.

2. Mikroplastik aus Kosmetik

Vom Peeling für die Haut bis hin zur Pflegespülung – viele Kosmetikprodukte setzen auf sogenannte Microbeads. Diese nur 0,5 bis 500 Mikrometer großen Plastikkügelchen sollen beispielsweise Hautunreinheiten bekämpfen. Das Problem: Sie können von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden. Mikroplastik wurde daher nicht nur in den nun untersuchten Schildkröten gefunden, sondern wurde kürzlich auch erstmals im menschlichen Körper nachgewiesen.

3. Klassischer Plastikmüll

Schon oft diskutiert, bisher aber noch nicht gelöst: Insbesondere in Asien werden große Mengen an Plastikmüll direkt ins Meer entsorgt. Auch davon fanden die Forscher Reste in den Mägen der Tiere.

Die Politik versucht bereits gegenzusteuern

Grundsätzlich hat das Bewusstsein für die Plastik-Problematik in den letzten Jahren stark zugenommen. Einige Länder – etwa Neuseeland – haben Microbeads in Kosmetikprodukten verboten. Die Europäische Union wiederum will zahlreiche Einwegprodukte aus Plastik vom Markt nehmen und die Bundesregierung hat einen Fünf-Punkte-Plan zur Bekämpfung des Problems vorgelegt. Auch zahlreiche private Initiativen wollen helfen. Am bekanntesten in diesem Zusammenhang ist das Ocean Cleanup Project des Niederländers Boyan Slat. Bisher kämpfen die Ingenieure dort aber noch mit unerwarteten Problemen. Einige Forscher warnen zudem davor, den Plastikmüll einfach wieder aus dem Meer zu fischen. Klar ist in jedem Fall: Besser ist es erst gar keinen zu produzieren.

Via: Jetzt

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