Rein statistisch betrachtet, besitzt jeder Niederländer 1,2 Fahrräder. Multipliziert man diesen Wert mit der Einwohnerzahl von Utrecht, kommt man auf die stolze Zahl von 423.000 Rädern in der Stadt. Obwohl die Niederlande eigentlich als klassische Fahrrad-Nation gelten, war die Infrastruktur lange Zeit nur mäßig ausgebaut. Insbesondere rund um den Bahnhof der Stadt gab es deutlich zu wenig Stellplätze. Davon kann inzwischen allerdings keine Rede mehr sein. Denn die Verwaltung erhöhte die Zahl der Radstellplätze innerhalb weniger Jahre auf 22.500. Beeindruckendes Zeugnis dieser Bemühungen: Das weltweit größte Fahrrad-Parkhaus, das unterhalb der Erde Platz für 12.500 Räder bietet. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass rund jeder zweite Bahnkunde mit dem Fahrrad zum Bahnhof kommt.


Fahrradfahren ist umweltfreundlich und gesund

Innerhalb des Parkhauses gelangen die Radfahrer über Rampen zu ihrem gewünschten Stellplatz auf einer der drei Etagen. Dort werden die Räder dann aus Platzgründen auf zwei Ebenen eingelagert – können aber jederzeit selbstständig entnommen werden. Finanziert wurde der Bau von der Stadt Utrecht, dem niederländischen Staat, dem staatlichen Bahnunternehmen und dem Infrastrukturunternehmen Pro Rail. Mit Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro handelte es sich keineswegs um eine kleine Investition. Die Hoffnung ist allerdings, dass durch den Ausbau der Infrastruktur noch mehr Leute zur Nutzung des Fahrrads bewegt werden können. Denn jedesmal wenn jemand das Auto dafür stehen lässt, profitieren Klima und Umwelt. Insgesamt hat der niederländische Staat daher in den letzten acht Jahren 100.000 neue Fahrrad-Parkplätze geschaffen.


Die Niederlande wollen zum Paradies für Zweiräder werden

Das weltweit größte Fahrrad-Parkhaus in Utrecht ist für den Großteil der Nutzer kostenfrei nutzbar: 24 Stunden kann dort umsonst geparkt werden. Anschließend wird eine Gebühr von 1,25 Euro pro Tag fällig. Dafür wird das Gebäude aber auch rund um die Uhr bewacht und es stehen mehrere Servicestellen zur Verfügung – beispielsweise um kaputte Räder zu reparieren. Ein Teil der Stellplätze ist zudem dauerhaft von 1.000 Leihrädern belegt, die unkompliziert ausgeliehen werden können. Utrecht steht mit solchen Angeboten in den Niederlanden keineswegs alleine dar. Vielmehr ist es erklärtes Ziel der Regierung, das Land zu einem Paradies für Radfahrer zu machen. Stientje van Veldhoven, Staatssekretärin für Infrastruktur, sieht sich aber noch lange nicht am Ziel: „Dafür muss noch einiges getan werden“, erklärte sie. In Utrecht wurde nun aber zumindest ein weiteres Puzzlestück fertiggestellt.

Via: The Guardian

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.