Mexiko befindet sich seit vielen Jahren in einem brutalen Kampf mit verschiedenen Drogenkartellen. Alleine in den vergangenen zwölf Jahren sind der Auseinandersetzung 235.000 Menschen zum Opfer gefallen. Der neu gewählte Präsident Andres Manuel Lopez Obrador hatte daher bereits im Wahlkampf einen Kurswechsel angekündigt: Der Kampf gegen die Drogen solle nicht nur militärisch geführt werden, sondern durch zahlreiche weitere Maßnahmen ergänzt werden. Kurz nach der Präsidentschaftswahl verkündete der Oberste Gerichtshof des Landes dann ein wegweisendes Urteil: Das vollständige Verbot von Marihuana, das in Mexiko seit rund einhundert Jahren gesetzlich verankert ist, widerspricht der Verfassung des Landes. Die Regierung hat daher nun einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine weitgehende Legalisierung vorsieht und den Aufbau einer eigenen Cannabis-Industrie ermöglichen soll.


Der private Anbau ist nur für den Eigenbedarf gestattet

Zuständig für das Projekt ist die designierte neue Innenministerin Olga Sanchez. Zukünftig soll es Unternehmen in Mexiko erlaubt sein, Marihuana anzubauen und zu vermarkten. Ob dies über spezielle Shops geschehen muss oder man die Produkte sogar einfach im Supermarkt kaufen kann, steht bisher noch nicht fest. Sicher ist aber, dass auch Privatleuten der Anbau ermöglicht werden soll. Hier gibt es aber einige Einschränkungen. Zum einen muss man sich in einer anonymem staatlichen Datenbank registrieren. Zum anderen darf der Anbau nur zur Deckung des eigenen Bedarfs erfolgen. Eindeutig festgeschrieben wurde aber die Tatsache, dass Privatpersonen zukünftig auch an öffentlichen Plätzen einen Joint rauchen dürfen. Die Legalisierung ginge damit ähnlich weit wie in Kanada und einigen US-Bundesstaaten. Das Parlament muss dem Entwurf aber noch zustimmen.


Harte Drogen werden größtenteils in den USA konsumiert

In den letzten Jahren hat Idee einer weitgehenden Legalisierung in Mexiko stark an Popularität gewonnen. Sie ist auch mit der Hoffnung verbunden, den illegalen Drogenkartellen dadurch Gelder zu entziehen und diese stattdessen in den legalen Wirtschaftskreislauf zu leiten. Die Sicherheitsbehörden sollen sich dadurch zudem auf den Kampf gegen die harten Drogen konzentrieren können, bei denen eine Legalisierung nicht zur Debatte steht. Sie wäre auch nicht besonders hilfreich. Denn Mexiko leidet zwar unter den zahlreichen Drogenkartellen, der Konsum findet aber zum größten Teil in den Vereinigten Staaten statt. In Deutschland ist der Konsum von Cannabis weiterhin nur zu medizinischen Zwecken erlaubt. Selbst dies reichte aber schon aus, um die nationalen Vorräte zu erschöpfen.

Via: Reuters

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