Die Antarktis kann als Beispiel für eine gelungene internationale Zusammenarbeit gelten. Bereits 1959 einigte sich die Staatengemeinschaft darauf, dass der Kontinent mit dem ewigen Eis von Wissenschaftlern aus aller Welt ausschließlich zu friedlichen Zwecken genutzt werden darf. Bis heute ist die Antarktis daher mehr oder weniger unbewohnt. Lediglich einige Forschungsstationen und ein kleines Touristenressort sind auf dem Kontinent zu finden. Nun wird der Schutz der internationalen Gemeinschaft auch auf die Meere rund um die Antarktis ausgeweitet. So entsteht im ökologisch wichtigen Rossmeer mit einer Fläche von 1,55 Quadratkilometern das weltweit größte Meeressschutzgebiet. Umweltschützer loben das Ergebnis der jahrelangen Verhandlungen.


Antarctica
Bild: Antarctica, Andreas Kambanis, Flickr, CC BY-SA 2.0

Naturschutz, Wissenschaft und Fischerei mussten unter einen Hut gebracht werden

Denn bereits im Jahr 2012 war in der „Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ erstmals über eine solche Schutzzone diskutiert worden. Der Kommission gehören dabei die EU und 24 weitere Staaten an. Ziel der Verhandlungen war es, die Interessen des Naturschutzes, der Wissenschaft und der Fischerei unter einen Hut zu bringen. Zuletzt sträubte sich vor allem Russland noch gegen eine Einigung, weil es Nachteile für die eigene Fischereiflotte befürchtete. Der nun gefundene Kompromiss sieht vor, dass auf 1,12 Quadratkilometern des Meeresschutzgebietes jegliche Fischer untersagt ist. In dem restlichen Gebiet verpflichten sich die Staaten zumindest zu einer nachhaltigen Fischerei.

Ein einzigartiges Ökosystem soll dauerhaft geschützt werden

Das Rossmeer rund um die Antarktis gilt als extrem ursprüngliche Meeresregion. Dort sind unter anderem Pinguine, Robben, Wale, Tintenfische, Delfine und Albatrosse zu finden. Aufgrund des geringen menschlichen Einflusses dort, wird das Gebiet zudem genutzt, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur genauer zu untersuchen. Die nun eingerichtete Schutzzone ist in etwa so groß wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen und soll sicherstellen, dass das einzigartige Ökosystem dauerhaft erhalten bleibt. Die in der australischen Stadt Hobart verkündete Einigung ist zudem ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass auch in Zeiten von zahlreichen internationalen Konflikten, durchaus noch eine sinnvolle Zusammenarbeit möglich ist.


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