Im Rahmen von Kriegshandlungen wurden bisher nur zwei Atombomben abgeworfen: 1945 über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki. Auch danach führte die US-Armee aber noch zahlreiche Atombomben-Tests durch. Alleine 67 entsprechende Sprengkörper wurden zwischen 1946 und 1958 in der Südsee gezündet. Viele Bewohner wurden dafür gegen ihren Willen umgesiedelt. Andere waren der Strahlenbelastung hingegen direkt ausgesetzt. Bis heute ist die Kritik an den Tests daher groß, weil auf die Bewohner und die Natur so gut wie keine Rücksicht genommen wurde. In den 1970er Jahren wurden zumindest zehntausende Kubikmeter Schutt, die mit radioaktivem Plutonium verstrahlt wurden, unter einem Betonmantel begraben. Doch dieser auf der Insel Runit im Eniwetok-Atoll liegende Sakopharg droht nun Risse zu bekommen.


Ein Tropensturm könnte das Provisorium ernsthaft beschädigen

Davor warnte zumindest Uno-Generalsekretär Antonio Guterres während eines Besuchs auf den Fiji-Inseln. Möglicherweise sind sogar schon erste Lecks aufgetreten. Dadurch könnte die Radioaktivität in den Pazifik gelangen. Vergrößert wird das Problem durch die Tatsache, dass beim Bau des Betonsargs der Untergrund nicht versiegelt wurde. Die Regierung der Marshallinseln befürchtet nun, dass beispielsweise ein Tropensturm der Konstruktion weiteren Schaden zufügen könnte. Dann könnte die radioaktive Strahlung ungehindert austreten. Um dies zu verhindern, muss möglichst schnell eine Lösung gefunden werden. Ähnliche Probleme gab es vor einigen Jahren auch in der Ukraine. Dort ist die Atomruine von Tschernobyl unter einem Betonmantel begraben. Als dieser zu zerbröseln drohte, wurde mit internationaler Hilfe ein neuer Schutzmantel errichtet.


Das geplante Endlager wurde nie gebaut

Ob eine solche Lösung auch in der Südsee denkbar ist, werden Gespräche in den nächsten Monaten zeigen müssen. UN-Generalsekretär Guterres versicherte jedenfalls, dass der Weltgemeinschaft die Problematik bewusst sei. Konkrete Schritte konnte er aber auch noch nicht bekannt geben. Grundsätzlich sollte der Betonmantel in den 1970er Jahren auch nur eine vorübergehende Lösung sein. Anschließend sollte der radioaktiv belastete Schutt in ein dauerhaftes Endlager gebracht werden. Bis heute hat man aber noch keine geeignete Lagerstätte gefunden. Dies gilt nicht nur für die Überreste von Atomwaffen-Tests, sondern auch für die radioaktiven Abfälle von Kernkraftwerken. Dennoch hat sich in den letzten Jahren eine Allianz gebildet, die für eine weltweite Renaissance der Kernkraft wirbt.

Via: 9News

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.