Bali gilt als Urlaubsparadies mit traumhaften Stränden. Doch davon war in den letzten Monaten teilweise nur wenig zu sehen. Denn an den Stränden der indonesischen Insel sammelt sich der Plastikmüll. Dieser stammt aus ganz unterschiedlichen Quellen. Teilweise wird er durch das Meer angespült, teilweise durch Wind und Regen aus den Städten dorthin transportiert und zum Teil auch durch Flüsse aus dem Landesinneren herangespült. Klar ist aber: Nur eine gewaltige Kraftanstrengung kann auf Bali wieder für saubere Strände sorgen. Bereits seit einiger Zeit sind daher täglich rund 700 staatliche Müllsammler mit 35 Lastwagen unterwegs, um die Problematik in den Griff zu kriegen. Nun erhalten sie zudem Unterstützung von der Zivilgesellschaft: Unter dem Motto „One Island, One Voice“ kamen an verschiedenen Orten der Insel insgesamt 20.000 Menschen zusammen, um gemeinsam den Plastikmüll an den Stränden aufzusammeln.


Foto: One Island One Voice

Die Zahl der Teilnehmer ist noch einmal deutlich angestiegen

Immerhin rund ein Fünftel der Teilnehmer waren den Angaben der Organisatoren zufolge Touristen, die sich aus Verbundenheit zur Insel an der Bekämpfung der Umweltproblematik beteiligten. Durch die große Zahl an Freiwilligen konnten insgesamt mehr als 120 Strände gereinigt werden, sodass die Aktion auch eine großflächige Wirkung entfaltete. Noch ist nicht bekannt, wie viel Müll die Teilnehmer tatsächlich einsammelten. Bei der letzten Strandreinigung brachten es 12.000 Freiwillige aber immerhin auf 40 Tonnen Plastikmüll, die anschließend zu einer der staatlichen Mülldeponien gebracht wurden. Betrachtet man die doch beträchtliche Steigerung bei den Teilnehmerzahlen, dürfte diesmal noch mehr Plastikmüll zusammen gekommen sein. Durch die Reinigung der Strände soll auf der einen Seite die Umwelt entlastet werden. Auf der anderen Seite fürchten viele Bewohner aber auch um ihre Existenz, wenn die Touristen aufgrund des Mülls ausbleiben.

Auch die Vereinten Nationen kämpfen gegen die Plastikverschmutzung

Die größte einzelne Strandreinigung weltweit fand vor kurzem in der indischen Metropole Mumbai statt. Auch dort war die Verschmutzung so groß geworden, dass sich ein Teil der Einwohner nicht mehr ausschließlich auf die staatlichen Behörden verlassen wollte. Kritik gibt es an den Aktionen allerdings auch: So wird oftmals behauptet, durch die Säuberungen würde lediglich ein Symptom beseitigt, ohne die grundlegende Problematik anzugehen. Dies ist aber in doppelter Hinsicht unfair. Denn zum einen ist der Plastikmüll ein globales Problem. Die Einwohner der Küstenstädte können die Ursachen also nur sehr begrenzt bekämpfen – und müssen stattdessen auf die Vereinten Nationen hoffen. Außerdem gilt: Wer einmal Plastikmüll an den Stränden eingesammelt hat, dürfte zukünftig seinen eigenen Verbrauch an Einweg-Plastik genauer überdenken. Insofern sind die großen Müllsammelaktionen immer auch ein Beitrag zur Vermeidung von zukünftigem Plastikmüll.

Strandgut aus Plastik und anderer Meeresmüll
Preis: 12,80€
Zuletzt aktualisiert am 21.06.2018

Via: Treehugger


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.