Auf den ersten Blick brachte das vergangene Jahr in Sachen Klimaschutz keinen entscheidenden Durchbruch. Noch ist die Weltgemeinschaft weit davon entfernt, die im Rahmen der Weltklimakonferenz von Paris selbst gesetzten Ziele zu erfüllen. Auch die deutsche Bundesregierung ist da keine positive Ausnahme. Gleichzeitig gab es auf der Klimakonferenz im polnischen Katowice heftige Diskussionen über die notwendigen Schritte zur Begrenzung der Erderwärmung. Neben den Vereinigten Staaten erwiesen sich hier unter anderem auch Brasilien, Russland und Saudi-Arabien als skeptisch gegenüber echten Verpflichtungen. Dennoch gab es 2018 auch einige positive Entwicklungen, die Hoffnung machen im Kampf gegen den Klimawandel:


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

1. Das Ende der Kohle

Noch vor fünf Jahren ging die internationale Energieagentur davon aus, das die Menge der zur Energiegewinnung verbrannten Kohle bis zum Jahr 2040 um 40 Prozent zulegen wird. Diese Prognose ging vor allem von einem starken Ausbau in den Schwellenländern aus. Inzwischen setzen aber sowohl Indien als auch China verstärkt auf die Erneuerbaren Energien. Die Experten der Energieagentur gehen aktuell daher nur noch von einem Wachstum von einem Prozent in den nächsten Jahrzehnten aus. Zahlreiche Länder wie Großbritannien, Frankreich und Kanada haben zudem bereits den kompletten Ausstieg beschlossen. Innerhalb der Europäischen Union sollen zumindest staatliche Subventionen verboten werden.

2. Der Aufstieg der Erneuerbaren Energien

Der Ausstieg aus der Kohle wird aber nicht nur von der Politik vorangetrieben, sondern hat auch marktwirtschaftliche Ursachen. So sind die Preise für Wind- und Solarstrom inzwischen soweit gesunken, dass oftmals gar keine staatlichen Subventionen mehr benötigt werden. Im vergangenen Jahr basierten daher bereits mehr als die Hälfte der neu installierten Kraftwerkskapazitäten auf nachhaltigen Energieträgern. So gut wie alle Experten gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren weiter fortsetzen wird. Selbst in den Vereinigten Staaten wurden im vergangenen Jahr immerhin 30 Milliarden Dollar im Bereich der Erneuerbaren Energien investiert – trotz des Klimaskeptikers Donald Trump als Präsident.


3. Die „We are still in“-Kampagne

Ohnehin gibt die Entwicklung in den Vereinigten Staaten Anlass zur Hoffnung. Denn dort wurde die Entscheidung, aus dem Weltklimavertrag auszusteigen, nicht einfach hingenommen. Stattdessen schlossen zahlreiche Firmen, Universitäten, Städte und Bundesstaaten ein Bündnis, um ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft zu senden: Auch in den USA gibt es bedeutende Kräfte, die sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben haben. Welches Potential die „We are still in“-Kampagne besitzt, zeigt ein Blick auf die Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Vereinigten Staaten. Mehr als die Hälfte von ihnen bekennt sich weiterhin offiziell zu den Zielen des Weltklimavertrags. Hoffnung macht dieses zivile Engagement auch für andere Länder mit Klimaskeptikern als Regierungschef – etwa Brasilien.

4. Der Ausbau der Energiespeicher

Lange Zeit galten fehlende Energiespeicher als Hindernis für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Doch inzwischen sind die Kosten für Batteriespeicher so weit gesunken, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können. So installierte Tesla in Südaustralien den größten Batteriespeicher der Welt – und sorgte so für sinkende Strompreise in der Region. Auf einigen Inseln tragen die Speichersysteme inzwischen sogar dazu bei, dass Solarstrom auch in der Nacht genutzt werden. Die meisten Prognosen gehen zudem von weiter sinkenden Preisen in den nächsten Jahren aus. Bis zum Jahr 2030 sollten sich die Kosten demnach noch einmal halbieren.

5. Alternativen zum Verbrennungsmotor

Der Markt für Elektroautos entwickelt sich hierzulande immer noch recht langsam. In China sieht dies allerdings deutlich anders aus. Dort werden jährlich enorme Wachstumszahlen verzeichnet. Inzwischen verkaufen die Hersteller im Reich der Mitte mehr E-Autos als in Europa und den Vereinigten Staaten zusammen. Doch auch hierzulande könnte schon bald der Durchbruch gelingen. Zumindest wurden für das nächste Jahr bereits einige interessante Modelle angekündigt. Gleichzeitig wird auch weiterhin an Lösungen mit der Brennstoffzelle gearbeitet. So hat in Niedersachsen der erste Wasserstoff-Zug der Welt den Betrieb aufgenommen.

Via: Inhabitat

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