Chemo-Therapien haben in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die Überlebensrate von Krebs-Patienten stark gestiegen ist. Allerdings bringen die dabei genutzten Wirkstoffe auf Metallbasis auch einige Nachteile mit sich. So entwickeln die Tumore recht schnell eine Resistenz. Die Therapie muss dann gewechselt werden. Außerdem haben die Wirkstoffe toxische Nebenwirkungen. Forscher an der RMIT-Universität in Melbourne setzen daher nun auf einen anderen Ansatz: Sie greifen die Tumorzellen mit Molekülen auf Goldbasis an. Bei Laborversuchen konnten damit erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. So töteten die goldbasierten Moleküle Tumorzellen rund 24 mal so effektiv ab wie das bisher genutzte Medikament Cisplatin. Auch das Wachstum des Tumors konnte deutlich besser eingeschränkt werden.


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Klinische Studien müssen die Erfolge noch bestätigen

Hinzu kommen zwei weitere Vorteile: Zum einen entwickelten die Tumorzellen nicht so schnell eine Resistenz. Zum anderen konnten die schädlichen Objekte deutlich zielgenauer angesteuert werden. Die Folge: Es wurden weniger gesunde Zellen zerstört. Getestet wurden die neuen bioaktiven Moleküle gegen fünf Arten von Krebs: Prostata-, Brust-, Gebärmutterhals-, Melanom- und Dickdarmkrebszellen. Zu viel Euphorie könnte allerdings noch verfrüht sein. Denn bisher wurden die erwähnten Ergebnisse nur im Labor und bei Tierversuchen erreicht werden. Die Wissenschaftler in Melbourne sehen ihre Forschungsarbeit nun aber als so weit fortgeschritten an, dass in absehbarer Zeit auch klinische Studien mit menschlichen Patienten eingeleitet werden können. Dann wird sich zeigen, ob der Ansatz tatsächlich das Potential besitzt, die klassische Chemo-Therapie zu ersetzen.

Gold wird in der traditionellen Medizin schon lange eingesetzt

Interessant ist auf jeden Fall, wie die Idee entstanden ist, Gold im Kampf gegen Tumore einzusetzen. Der Hintergrund: In der klassischen chinesischen und indischen Medizin wird Gold schon seit vielen Jahrhunderten eingesetzt. Bisher fehlte es aber an evidenzbasierter Forschung. Oder anders ausgedrückt: Der tatsächliche Nutzen wurde nie bewiesen. Ein Team um den Forschungsleiter Suresh Bhargava machte sich dann aber daran, genau dies nachzuholen. Letztlich führten diese Forschungsarbeiten dann zu der Idee, goldbasierte Moleküle gegen Tumorzellen einzusetzen. Die Anwendungsmöglichkeiten von Gold reichen aber noch deutlich weiter. Weil das Edelmetall auch entzündungshemmend wirkt, wird beispielsweise darüber nachgedacht, es auch bei der Behandlung von Arthrose einzusetzen.

Via: Focus

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