Es handelt sich um einen beeindruckenden neuen Rekordwert: Das von Airbus entwickelte Solarflugzeug Zephyr S ist bei seinem Premierenflug in den Vereinigten Staaten für 25 Tage, 23 Stunden und 57 Minuten in der Luft geblieben – und damit so lange wie kein sonnenbetriebenes Flugzeug zuvor. Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch lange nicht erreicht. Im Regelbetrieb soll der Flieger später sogar für rund drei Monate durch die Lüfte segeln. Auch bei der Flughöhe ist die Zephyr S in ungewöhnlichen Sphären unterwegs: Sie fliegt rund 21 Kilometer über der Erde. Neben zwei Aufklärungsflugzeugen des Militärs konnte bisher nur die legendäre Concorde so weit oberhalb der Erde fliegen. Airbus hat bereits zahlreiche Einsatzszenarien für die Neuentwicklung präsentiert.


Bild: Airbus

Der Sonnenflieger ist in einer Höhe von 21 Kilometern unterwegs

So wird das Solarflugzeug zunächst genutzt, um Internetsignale auch in abgelegene Gebiete zu bringen. Die Zephyr S fungiert dabei als fliegende Relaisstation. Der erste Kunde ist allerdings kein Tech-Konzern, sondern das britische Militär. Dazu passt, dass der Solarflieger auch bei der Grenzüberwachung und der Katastrophenbekämpfung eingesetzt werden kann. So können aus der Höhe nicht nur Schmuggler, sondern auch entstehende Waldbrände und sich auf dem Wasser bildende Ölflecken entdeckt werden. Mit nur einem einzigen Flugzeug lassen sich auf diese Weise Regionen mit einer Größe von mehreren hundert Quadratkilometern überwachen. Airbus sieht sich in diesem Fall aber nicht als rein staatlicher Zulieferer, sondern sucht auch aktiv nach Kunden aus der privaten Firmenwelt.

Die Bilder sind deutlich schärfer als bei Satellitenaufnahmen

Die Vorteile des Solarflugzeugs benennen die Manager des Konzerns auch ganz konkret: So sei der Einsatz billiger als die Nutzung eines Satelliten- Außerdem sind die gewonnenen Bilder deutlich schärfer. Die lange Flugzeit von mehreren Monaten wiederum wird von keiner Drohne der Welt erreicht. Insgesamt verfügt die Zephyr S über eine Spannweite von 25 Meter und wiegt gerade einmal 75 Kilogramm. Ein Pilot an Bord wird nicht benötigt. Die Entwicklungsphase ist nun mit dem erfolgreich verlaufenen Jungfernflug endgültig abgeschlossen. Airbus wird daher in der Fabrik in Farnborough in der Nähe der britischen Hauptstadt zeitnah mit der Serienproduktion beginnen. Schon bald könnten dann die ersten Solarflieger ganz regulär über unseren Köpfen kreisen.


Via: The Economist

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