Der aus Bremen stammende Forscher Paul Zabel gibt bekannt, dass die erste Gemüseernte in der Antarktis abgeschlossen ist. Insgesamt konnten 270 kg frische Lebensmittel unter seiner Schirmherrschaft heranreifen, um hinterher auf dem Teller zu landen. Das Projekt macht Mut für den Gemüseanbau auf Mond und Mars.


Von Lyubomir Ivanov – Eigenes Werk, GPL, Link

Die Wurzeln der Pflanzen hängen in der Luft

Mehr als 100 kg Salat, 67 kg Gurken, 46 kg Tomaten, haufenweise Kohlrabi, Kräuter und Radieschen: Das ist die Ausbeute der antarktischen Gemüsezucht in der EDEN-ISS. Das Gewächshaus mit dieser Bezeichnung befindet sich neben der Antarktisstation Neumayer III und dient dazu, unter unwirtlichen Bedingungen gesunde Nahrungsmittel zu erzeugen. Natürlich funktioniert das nicht ganz so einfach wie in einem normalen Gartengewächshaus irgendwo in Deutschland, nein, das Innere muss künstlich klimatisiert und mit speziellen LEDs ausgeleuchtet werden. Die Wurzeln der Pflanzen hängen zudem in der Luft, der Forscher besprühte sie regelmäßig mit einer Nährstofflösung. Leider brachten die Erdbeerpflänzchen bei dieser Behandlung zwar grüne Blätter hervor, aber keine Früchte. Auch die Paprikapflanzen zeigten sich nicht allzu erfreut und ließen nur hier und da ein paar Paprikas aufblitzen. Alle anderen Gemüsesorten legten sich aber kräftig ins Zeug, sodass die Antarktisforscher sich schließlich über eine prall gefüllte Speisekammer freuen durften.

In etwa 10 Jahren soll es erstes Gemüse vom Mond geben

Das Projekt soll in zwei Jahren für Forscher aus aller Welt geöffnet werden. Bislang wird es noch vom Europäischen Forschungsrahmenprogramms Horizon finanziert. Das grundlegende Ziel ist es nicht, die Antarktis zur Gemüsekammer der Erde umfunktionieren, sondern herauszufinden, wie sich die Pflanzen auf anderen Planeten anbauen lassen. Zabel vertritt die Meinung, dass in etwa 10 Jahren ein erstes Projekt dieser Art auf dem Mond starten wird, wir also schon bald echtes Mondgemüse bewundern dürfen. Bis dahin sind allerdings noch umfangreiche Analysen und Untersuchungen fällig. Im Mai 2019 dürfte die Auswertung dieser ersten EDEN-ISS-Phase beendet sein.


Quelle: biooekonomie.de

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