Der Freistaat Bayern beschäftigt 2750 Mitarbeiter, die insgesamt 760.000 Hektar Wald bewirtschaften. Zur Einordnung dieser Zahl: Es handelt sich um mehr als ein Zehntel der Gesamtfläche des Bundeslandes. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der staatliche Waldbetrieb einen Umsatz von 372 Millionen Euro und überwies einen Gewinn von 20 Millionen Euro an die Staatskasse. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will zukünftig allerdings einen anderen Ansatz verfolgen. Die Wälder sollen dann keine Gewinne mehr erwirtschaften, sondern vor allem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Er kündigte daher an, in den nächsten Jahren rund 30 Millionen neue Bäume zu pflanzen – immerhin fünf Millionen mehr als bisher geplant. Außerdem sollen weniger Bäume aus wirtschaftlichen Gründen gefällt werden.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Der Wirtschaftswald wird zum Klimawald

Auch bei der Auswahl der zu pflanzenden Bäume steht zukünftig das Thema Klimawandel im Fokus. So sollen vor allem Arten verwendet werden, die mit den Folgen des Klimawandels besonders gut zurecht kommen. Söder brachte diesen neuen Ansatz auf eine griffige Formel: Aus dem Wirtschaftswald werde nun ein Klimawald. Zusätzlich sollen private Waldbesitzer unterstützt werden, wenn sie ebenfalls den Fokus verstärkt auf den Klimaschutz legen möchten. Wälder sind aber nicht nur als natürlicher CO2-Speicher wertvoll, sondern erfüllen auch zahlreiche andere Aufgaben. So spielen Auenwälder beim Thema Hochwasserschutz eine wichtige Rolle. Sie sollen daher den Plänen der Landesregierung zufolge zukünftig besonders geschützt und gefördert werden.

Auch auf Bundesebene wird über ähnliche Pläne diskutiert

Entwickelt wurde die neue Wald-Initiative von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Dass das Projekt dennoch von Ministerpräsident Söder vorgestellt wurde, zeigt, welche Bedeutung das Thema inzwischen besitzt. Zuletzt hatte sich auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu Wort gemeldet. Sie forderte, bundesweit Millionen neuer Bäume zu pflanzen, um die Verluste der vergangenen Jahre in den deutschen Wäldern auszugleichen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, den Waldbauern unter die Arme greifen zu wollen. Die deutschen Wälder litten in den vergangenen Jahren unter anderem unter Dürre, Waldbränden und dem Borkenkäfer. Verschlimmert wurden die Probleme, weil teilweise aus wirtschaftlichen Gründen nur Monokulturen angelegt wurden. Auch in diesem Punkt möchte Bayern zukünftig neue Wege beschreiten.


Via: Sueddeutsche Zeitung

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.