Das Unternehmen Virgin Hyperloop One pflegt traditionell enge Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. So besuchte sogar der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman das Startup während einer US-Reise. Offensichtlich besteht aber auch eine gewisse Abhängigkeit. Denn der ehemalige Chef von Hyperloop One, Richard Branson, musste von seinem Amt zurücktreten, weil er Kritik an der saudischen Regierung übte. Nun haben das Königreich und das US-Startup eine weitreichende Zusammenarbeit verkündet. So soll in der Nähe der noch zu errichtenden Retortenstadt „King Abdullah Economic City“ ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eingerichtet werden. Dort wird dann auch eine Hyperloop-Teststrecke mit einer Länge von 35 Kilometern entstehen. Es wäre die mit weitem Abstand längste Strecke weltweit.


Die Geschwindigkeiten müssen sich noch mehr als verdoppeln

Eine solch große Distanz ist notwendig, damit die Transportkapsel auch ausreichend Platz zum beschleunigen und wieder abbremsen hat. Die bisherige Teststrecke des Unternehmens ist hingegen nur rund 500 Meter lang. Auch deshalb ist man noch weit von den angestrebten Geschwindigkeiten entfernt. Während der Hyperloop später einmal Reisegeschwindigkeiten von mehr als 1.000 Stundenkilometern ermöglichen soll, liegt der aktuelle Bestwert des Unternehmens Virgin Hyperloop One bei lediglich 487 Km/h. Im Branchenvergleich ist dies allerdings gar kein schlechter Wert. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 463 Stundenkilometern – aufgestellt von Studenten der TU München im Rahmen der „SpaceX Hyperloop Pod Competition“. Auf der Strecke in Saudi-Arabien sind zukünftig dann noch deutlich höhere Geschwindigkeiten zu erwarten.


Der Hyperloop soll zum Katalysator für die Region werden

Die „King Abdullah Economic City“ liegt am Roten Meer rund 100 km nördlich der Hafenstadt Dschidda. Die Retortenstadt soll später einmal zwei Millionen Menschen beherbergen und dazu beitragen, die saudische Wirtschaft unabhängiger von der Erdöl-Förderung zu machen. Neben der Hyperloop-Entwicklung sollen daher dort auch die Bereiche Softwareentwicklung, Fertigungsindustrie und Hightech-Forschung gefördert werden. Virgin Hyperloop One ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das die Vision eines Hyperloops umsetzen möchte. Zu den größten Konkurrenten gehören die Firma Hyperloop Transportation Technologies aus den Vereinigten Staaten und das Startup Hardt aus den Niederlanden. Beide Unternehmen bauen beziehungsweise betreiben auch eigene Teststrecken. Diese sind aber deutlich kürzer als die nun in Saudi-Arabien geplante Version.

Via: New Atlas

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1 Kommentar

  1. L.Bagusch

    31. Juli 2019 at 19:31

    Zitat:
    Das Unternehmen Virgin Hyperloop One pflegt traditionell enge Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien.

    Das ist eine königliche Diktatur !
    😉

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