In der Politik gibt es aktuell massive Spannungen zwischen Russland und den Ländern der Europäischen Union. Nach dem Mordversuch an dem ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal wurden gegenseitig zahlreiche Diplomaten ausgewiesen. Auf der Ebene der Weltraumforschung funktioniert die Zusammenarbeit allerdings auch weiterhin. So wollen die europäische Raumfahrtagentur ESA und ihr russischer Pendant Roskosmos im Rahmen des Projets ExoMars nach Leben auf dem roten Planeten suchen. Schon vor zwei Jahren wurde deshalb eine Sonde in die Umlaufbahn des Mars gebracht. Die geplante Landung eines Moduls auf der Oberfläche schlug aber fehl. Damit sich dies nicht wiederholt, wurden nun in Skandinavien Tests mit einem Riesenfallschirm durchgeführt.


Foto: ESA

Der Test in Kiruna verlief ausgesprochen erfolgreich

Dieser besitzt eine Spannweite von 35 Metern und wäre damit der größte jemals bei einer Marsmission eingesetzte Landungsschirm. In der Nähe der Stadt Kiruna brachte ein Hubschrauber den riesigen Schirm gemeinsam mit einer 500 Kilogramm schweren Kapsel auf eine Höhe von 1.200 Metern. Anschließend lief alles nach Plan: Der Fallschirm öffnete sich in der Luft und segelte sicher zu Boden. „Es war ein sehr aufregender Moment, zu sehen, wie sich dieser riesige Fallschirm entfaltet und das Testmodul sicher auf den verschneiten Boden von Kiruna bringt“, beschrieb Thierry Blancquaert von der ESA den erfolgreichen Probelauf. Während des Flugs kamen zudem verschiedene Sensoren zum Einsatz, die zahlreiche Daten sammelten. Diese sollen genutzt werden, um weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufzudecken.

Unterhalb der Oberfläche soll nach Leben gesucht werden

In einem nächsten Test soll der Fallschirm dann auf eine Höhe von 28 Kilometern gebracht werden. Dort ist der Atmosphärendruck deutlich niedriger – was in etwa den Bedingungen auf dem Mars entspricht. Der Beginn der eigentlichen Mission auf dem roten Planeten ist für den Sommer 2020 geplant. Demnach wäre die Rakete im März 2021 am Ziel. Die Zielsetzung der Mission ist dabei durchaus interessant: Ein Forschungsmodul soll Löcher in die Marsoberfläche bohren und im Inneren nach Zeichen von Leben suchen. Es ist nämlich durchaus denkbar, dass dort bestimmte Lebensformen existieren, die sich so vor der starken radioaktiven Strahlung an der Oberfläche schützen. Mit den Plänen einer menschlichen Marskolonie – wie sie etwa Elon Musk verfolgt – hat das Projekt hingegen nichts zu tun.


Via: ESA

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.