Wer bei Rot über eine Ampel fährt, geht ein nicht unerhebliches Risiko für den eigenen Geldbeutel ein. Denn an immer mehr Kreuzungen stehen inzwischen Rotlichtblitzer, die die Verstöße automatisiert erfassen. Die Folge: Ein Bußgeldbescheid flattert ins Haus und es werden Punkte ins Zentralregister in Flensburg eingetragen. Sicher kann sich bisher allerdings fühlen, wer vor der roten Ampel stehen bleibt und den Motor laut aufheulen lässt. Denn dies mag die Anwohner zwar ärgern, kann durch die bisherigen Formen der Verkehrsüberwachung aber nur schwer erkannt und nachgewiesen werden. Zumindest in Paris könnte sich dies zukünftig allerdings ändern. Denn an insgesamt vierzig Standorten in der französischen Hauptstadt wurden inzwischen Lärmblitzer installiert.


Eifelturm
Foto: Eiffelturm Paris; CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Ein konkreter Grenzwert muss noch festgelegt werden

Diese bestehen jeweils aus vier Mikrofonen und müssen zwei Aufgaben erfüllen. Zum einen muss objektiv dokumentiert werden, wie laut ein Geräusch tatsächlich war. Außerdem soll es durch den Abgleich der Mikrofondaten mit den Bildern einer Kamera möglich sein, die Lärmquelle exakt zu lokalisieren. Letztlich soll es so möglich werden, zu laute Fahrzeuge nachweislich zu identifizieren. Bisher allerdings droht den Übeltätern auch in Paris noch keine Strafe. Denn es handelt sich um eine Testphase, in der vor allem geschaut werden soll, wie zuverlässig die neue Technik tatsächlich funktioniert. Außerdem sollen Erfahrungswerte gesammelt werden, um anschließend konkrete Grenzwerte festzulegen, die dann nicht mehr überschritten werden dürfen. Denn klar ist: Den normalen Verkehrslärm müssen die Anwohner auch weiterhin ertragen.

Möglicherweise gibt es schon nächstes Jahr die ersten Strafen

Eine Gesetzesinitiative, über die in diesem Herbst abgestimmt werden soll, würde es lokalen Behörden allerdings ermöglichen, unabhängig von einer nationalen Regelung bereits Geldstrafen gegen besonders laute Fahrzeuge zu verhängen. Einige Pariser Vorstädte haben schon angekündigt, eine solche Regelung nutzen zu wollen. Ganz neu ist die Idee eines Lärmblitzers allerdings nicht. Vielmehr arbeiten auch Forscher in Genf bereits seit einiger Zeit an einer technischen Lösung für die dahinter liegende Problematik. Auch in Deutschland sind übermäßig laute Fahrzeuge keine Seltenheit. Neben getunten Autos sind es hierzulande insbesondere aufgemotzte Motorräder, die deutlich mehr Lärm verursachen als erlaubt. Bisher war es allerdings schwierig, konkrete Verstöße nachzuweisen. Dies könnte sich nun ändern.


Via: Engadget

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