Die Reisegeschwindigkeit hat sich im Laufe der Geschichte immer weiter erhöht. Ausgerechnet in der Luftfahrt gab es in diesem Jahrtausend aber einen Rückschritt zu verzeichnen. Während die Concorde bis zum Jahr 2003 noch innerhalb von 3,5 Stunden von Paris nach New York flog, benötigen die Linienflüge aktuell wieder 7,5 Stunden. Zukünftig soll sich dies aber wieder ändern. Denn gleich eine ganze Reihe an Firmen hat angekündigt, neue Überschallflugzeuge für den zivilen Bereich entwickeln zu wollen. Das bisher vollmundigste Versprechen hat nun das US-Startup Hermeus abgegeben: Die Ingenieure dort wollen innerhalb von zehn Jahren ein Flugzeug entwickeln, das mit bis zu 5-facher Schallgeschwindigkeit fliegen kann. Der Flug von New York nach Paris würde dann nur noch 1,5 Stunden dauern.


Bild: Hermeus

In fünf Jahren soll der erste Prototyp fliegen

Die Manager des Unternehmens versprechen zudem, dass dafür keine großartigen Entwicklungssprünge mehr nötig sind. Vielmehr würden die geplanten ultra schnellen Flieger weitgehend auf bereits existierenden Materialien und Technologien beruhen. Überprüfen lässt sich dies allerdings nicht. Denn Details über die geplante Bauweise wurden bisher nicht veröffentlicht. Innerhalb von fünf Jahren soll allerdings ein erster Prototyp entwickelt werden, der bereits die gewünschte Geschwindigkeit erreicht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich ausreichend Investoren für das Projekt finden. Eine erste Finanzierungsrunde wurde zwar bereits erfolgreich abgeschlossen. Die dabei eingenommenen Gelder reichen aber nur aus, um die Funktionsfähigkeit einiger grundlegender Technologien unter Beweis zu stellen. Für den Bau des Prototypen wären dann weitere Investments nötig.

Die Gründer sind in der Branche bereits bekannt

Bisher hat Hermeus also vor allem große Ankündigungen gemacht, sich mit weitergehenden Informationen aber noch bedeckt gehalten. Dass dem Unternehmen dennoch eine gewisse Glaubwürdigkeit attestiert wird, hängt mit dem Gründerteam zusammen. Denn AJ Piplica, Glenn Case, Mike Smayda und Skyler Shuford sind in der Branche bekannte Namen und haben in der Vergangenheit unter anderem für Generation Orbit gearbeitet. Das Unternehmen wiederum entwickelte ein Überschall-Flugzeug für die US-Luftwaffe. Eine gewisse grundlegende Expertise sollte also vorhanden sein. Neben der technischen Umsetzung muss dann allerdings auch noch ein wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet werden. Denn die Concorde scheiterte letztlich an zwei Dingen: Sie durfte aus Lärmschutzgründen auf vielen Routen nicht eingesetzt werden – und sie war im Unterhalt schlicht zu teuer.


Via: Ars Technica

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.