China ist weltweit der mit Abstand größte Markt für Elektroautos. Schon seit einigen Jahren versucht auch Tesla dort Fuß zu fassen. Zuletzt musste der Konzern aber einen Rückschlag hinnehmen. Denn die chinesische Regierung führte im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten Strafzölle für US-Autos ein. Dadurch verteuerten sich die Tesla-Fahrzeuge im Reich der Mitte um mehrere zehntausend Euro. Zukünftig will Firmenchef Elon Musk diese Probleme umgehen, indem er die Autos direkt vor Ort produziert: Er unterzeichnete mit der Stadtverwaltung von Shanghai eine Vereinbarung über den Bau einer Tesla-Fabrik in der Metropole. Dort sollen sowohl Elektroautos als auch die dafür benötigten Batterien produziert werden. Voll ausgebaut wird die Kapazität bei 500.000 Fahrzeugen im Jahr liegen.


Die Gigafactory im US-Bundesstaat Nevada bekommt einen Ableger in China. Foto: Tesla

Die Verhandlungen zogen sich länger hin als erwartet

Tesla ist nicht der erste Hersteller, der im Zuge des, von US-Präsident Donald Trump angezettelten, Handelskriegs ankündigte, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Zuvor hatte bereits der Motorradhersteller Harley Davidson einen ähnlichen Schritt beschlossen. Bei Tesla reichen die Planspiele für eine eigene Fabrik in China aber schon etwas weiter zurück. Schon vor einigen Monaten wurde auch über Shanghai als Standort spekuliert. Lange Zeit gab es aber keine Einigung zwischen den staatlichen Behörden und Elon Musk. Der Knackpunkt: Tesla weigerte sich, ein Joint Venture mit einem chinesischen Autohersteller einzugehen. Dies ist aber normalerweise eine Voraussetzung, damit ausländische Autobauer in China produzieren dürfen. Zuletzt wurde diese Regelung aber für die Produktion von Elektroautos aufgehoben – wovon Tesla nun profitiert haben könnte.

Das Saarland wirbt ebenfalls für den Bau einer Tesla-Fabrik

Das Tesla-Werk in Shanghai wäre die erste Fabrik des Konzerns außerhalb der Vereinigten Staaten. Zusätzlich soll aber auch in Europa noch eine Gigafactory errichtet werden. Als Standort brachte Musk zuletzt das deutsch-französische Grenzgebiet ins Spiel. Das Saarland schrieb sogar einen Brief an den Unternehmer und warb mit seiner günstigen Lage mitten in Europa. Anders als im Fall von Shanghai kam es hier aber noch zu keinen offiziellen Verhandlungen. Zunächst dürfte der Konzern nun viele Ressourcen auf den Bau in China konzentrieren. Die geplante Megafabrik soll innerhalb von zwei Jahren fertiggestellt werden. Eine gewisse China-Erfahrung ist im Unternehmen bereits vorhanden: In Shanghai existiert ein Zentrum für Forschung und Entwicklung von Tesla.


Via: The Guardian

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