In dem kleinen Örtchen Bobadilla in der spanischen Region Andalusien leben gerade einmal einige hundert Einwohner. Zukünftig sollen ausgerechnet dort wichtige Vorarbeiten für den Hyperloop geleistet werden. Denn die Firma Virgin Hyperloop One hat angekündigt, in der spanischen Provinz ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnen zu wollen. Die geplanten Investitionen dafür belaufen sich auf stolze 500 Millionen Dollar. Eine eigene Teststrecke soll dafür nicht gebaut werden, immerhin betreibt die Firma in der Wüste von Nevada bereits die einzige Hyperloop-Strecke in Originalgröße. Vielmehr wird die Aufgabe der Techniker in Spanien darin bestehen, einzelne Komponenten weiter zu entwickeln und ausführlich zu testen. Viel Zeit lässt sich die Firma nicht: Das neue Forschungszentrum soll bereits in rund zwei Jahren seine Arbeit aufnehmen.


Foto: Virgin Hyperloop One

Andalusien bietet ideale Bedingungen für Forschungsarbeit

„Damit der Hyperloop kommerziell erfolgreich wird, muss er sicher und zuverlässig sein – Sicherheit hat daher bei uns höchste Priorität“, erklärte Technikchef Josh Giegel die Hintergründe der Investition in Spanien. Das als Standort ausgerechnet ein kleiner Ort in Andalusien ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Denn in der Region befinden sich bereits zahlreiche weitere Unternehmen aus der Logistik- und Luftfahrtbranche, die ebenfalls viel Forschungsarbeit betreiben. Schätzungen gehen davon aus, dass schon heute mehr als 20.000 Menschen in diesen Bereichen Entwicklungsarbeit leisten. Ausreichend Expertise ist also bereits vorhanden. Virgin Hyperloop One hat angekündigt, ebenfalls mehrere hundert Mitarbeiter einstellen zu wollen. Firmenchef Rob Lloyd spricht auch deshalb davon, dass Spanien und Virgin Hyperloop One ideal zueinander passen. Die dort entwickelten Komponenten sollen später dann weltweit zum Einsatz kommen.

Kommerzielle Strecken könnten auf der arabischen Halbinsel gebaut werden

Eher unrealistisch ist hingegen, dass die erste kommerzielle Hyperloop-Strecke ebenfalls in Spanien errichtet wird. Die Manager scheinen sich in diesem Punkt eher in Richtung arabische Halbinsel zu orientieren. So hat Virgin Hyperloop One kürzlich eine Kooperation mit dem Hafenbetreiber in Dubai verkündet. Gemeinsam soll ein Transportsystem für Waren installiert werden. Kürzlich war zudem der Kronprinz von Saudi-Arabien zu Besuch und es wurde ebenfalls über den Bau einer Strecke diskutiert. Ganz verzichten muss Europa aber nicht auf einen eigenen Hyperloop. Das Konkurrenzunternehmen Hyperloop Transportation Technologies baut gerade im französischen Toulouse eine Teststrecke. Auch dort scheint eine kommerzielle Realisierung auf dem europäischen Kontinent zunächst aber eher unwahrscheinlich zu sein.


Via: Engadget

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