Aktuell wird viel über Reisen mit dem Flugzeug diskutiert. Aus Sicht des Klimaschutzes ist es tatsächlich besser, im Zweifelsfall mit dem Zug zu fahren. Zu oft werden die Passagiere bei der Deutschen Bahn dann allerdings enttäuscht: Rund jeder fünfte Fernverkehrszug erreicht seinen Zielbahnhof mit Verspätung. Damit hat sich die Quote gegenüber dem Vorjahr sogar noch einmal verschlechtert. Ein nicht unerheblicher Teil der Verspätungen lässt sich auf das marode Schienennetz zurückführen. Die Deutsche Bahn hat sich daher mit dem Bund als Eigentümer auf ein massives Investitionsprogramm geeinigt. Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollen insgesamt 86 Milliarden Euro in den Erhalt des bestehenden Schienennetzes investiert werden. Dies ist deutlich mehr als bisher.


Bild: Deutsche Bahn AG / Claus Weber

Baustellen sorgen langfristig für ein modernes Schienennetz

Zuletzt wurden pro Jahr im Schnitt nämlich nur rund 5,6 Milliarden Euro investiert. Dadurch hat sich allerdings auch ein nicht zu unterschätzender Investitionsstau gebildet, der nun langsam abgebaut werden soll. Welche Auswirkungen das zusätzliche Geld hat, lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: In den letzten fünf Jahren hat die Bahn bereits 875 Brücken saniert. Nun sollen in der nächsten Dekade zweitausend weitere folgen. Kurzfristig sorgen Baustellen natürlich zunächst einmal für Probleme im Streckennetz. Denn Züge können diese nur verlangsamt passieren oder müssen umgeleitet werden. Langfristig ist ein modernes und gut in Schuss gehaltenes Schienennetz aber die Basis für einen funktionierenden Bahn-Konzern. Dies scheint man inzwischen auch bei der Bundesregierung so zu sehen.

Bis 2030 soll sich die Zahl der Passagiere verdoppeln

Geholfen haben könnte allerdings auch, dass auf Seiten der Bahn mit Ronald Pofalla ein ehemaliger Spitzenpolitiker am Verhandlungstisch saß. Der Großteil der geplanten Investitionen wird direkt aus dem Bundeshaushalt in das Schienennetz fließen. Allerdings muss auch die Deutsche Bahn einen Teil aus eigenen Mitteln beisteuern. Spätestens nach Abschluss der nun eingeleiteten Investitionsoffensive soll das Netz dann bereit sein, für die ambitionierten Ziele des Bahnkonzerns. So wurde zuletzt die Devise ausgegeben, bis zum Jahr 2030 die Zahl der Fahrgäste zu verdoppeln. Auch der Güterverkehr soll wieder zulegen. Der Ausbau des Verkehrs auf der Schiene ist zudem Teil der Klimaschutzstrategie der Bundesregierung. Mitte September soll hier ein vollständiges Maßnahmenpaket vorgestellt werden.


Via: FAZ

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