Spätestens seit Avatar ist die 3D-Technologie zumindest bei Kinofilmen fest etabliert. Cineasten streiten allerdings noch darüber, ob es sich um eine unnütze technische Spielerei oder die Zukunft des Kinofilms handelt. Deutlich weiter denken allerdings bereits Forscher der University of Sussex in einem Versuchslabor in der Nähe der britischen Stadt Brighton. Dort wird an einem Fernseher gearbeitet, der alle Sinne des Menschen ansprechen soll. Der Zuschauer könnte den Film dann nicht nur sehen und hören, sondern auch schmecken, riechen und fühlen. Da sich der Geschmackssinn wiederum in fünf Empfindungen unterteilen lässt – süß, sauer, salzig, bitter und umami – sprechen die Forscher von einer neuen 9D-Technologie für den Fernseher.


Die Gerüche werden einfach ins Wohnzimmer gesprüht

Die dazu benötigten Technologien gibt es oftmals bereits. Ziel der Forscher ist es daher, diese zusammenzuführen und so ein multisensorisches Erlebnis zu ermöglichen. Die verschiedenen Sinne sind dabei aber unterschiedlich schwierig zu erreichen: Gerüche können beispielsweise einfach mit Hilfe entsprechender Duftstoffe freigegeben werden – was allerdings gegebenenfalls im eigenen Wohnzimmer auch nicht immer eine gute Idee ist. Geschmack hingegen lässt sich bisher nur mit Hilfe von kleinen Ampullen darstellen, die die Zuschauer dann auch tatsächlich zu sich nehmen müssen. Für die haptische Wahrnehmung des Films wurde zudem ein spezieller Sessel entwickelt, in den eine Art Mousepad integriert ist.


Zunächst sollen nur ausgewählte Szenen mit 9D nachgerüstet werden

Dieses nutzt eine noch relativ neue Technologie namens Ultrahaptic, die mit Hilfe von Ultraschallwellen Berührungen simulieren kann. Zudem können gezielt Luftströme auf die Hand und die Finger geleitet werden, um so beispielsweise Fahrtwind auch haptisch zu erleben. Nachteil dieser Lösung: Sie funktioniert natürlich nur, wenn der Zuschauer seine Hände auch immer über dem Mousepad hat. Ohnehin sollen aber zunächst auch gar nicht ganze Filme mit der neuen 9D-Technik überarbeitet werden, sondern lediglich ausgewählte Szenen – die dann noch authentischer erlebt werden können. Aktuell sind die Forscher daher dabei, Szenen zu identifizieren, die von der neuen Technik am meisten profitieren könnten.

Via: Wired.co.uk

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