Mikrokügelchen, auch bekannt unter dem englischen Begriff Microbeads, bringen einige positive Eigenschaften mit sich. So ermöglichen sie den Schwangerschaftstest für zu Hause und brachten die Erforschung des Aids-Virus erheblich voran. Zudem kommen sie in zahlreichen Pflegeprodukten zum Einsatz. Dort sollen die kleinen Kügelchen mit einer Größe von 0,5 bis 500 Mikrometer beispielsweise dafür sorgen, dass keine Hautunreinheiten entstehen. Umweltschützer schlagen allerdings seit einiger Zeit Alarm. Denn die Mikrokügelchen gelangen beispielsweise beim Duschen ins Abwasser und können von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden. Sie stellen daher eine enorme Bedrohung für zahlreiche maritime Ökosysteme dar. Eine Zahl verdeutlich dabei die Ausmaße des Problems: Bei einem einzigen Duschgang können bis zu 100.000 Mikropartikel den Abfluss hinabfließen.


Via: Treehugger © 5Gyres/Oregon State University

Ankündigungen der Hersteller blieben bisher oft folgenlos

Der neuseeländische Umweltminister Nick Smith hat sich daher nun zu einem drastischen Schritt entschlossen: Sämtliche Pflegeprodukte müssen in Neuseeland ab dem Jahr 2018 ohne die kleinen Helfer auskommen. Damit ist der Inselstaat das weltweit fünfte Land nach Kanada, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Schweden, das ein entsprechendes Verbot erlässt. Auf einer Pressekonferenz brachte Smith zudem deutlich seinen Unmut über die bisher nicht ausreichenden Bemühungen der Industrie zum Ausdruck: „Einige Unternehmen haben angekündigt, dass sie die Microbeads aus dem Produktionsprozess herausnehmen wollen. Ich war daher heute sehr überrascht, trotz solcher Ankündigungen, eine sehr breite Palette an Produkten, vom Shampoo über Gesichtsreiniger bis hin zu Rasierschaum, Sonnencreme und Zahnpasta, zu finden, die noch immer Microbeads enthalten“, so der Politiker.

Greenpeace warnt vor möglichen Schlupflöchern

Im Nachbarland Australien hat man sich trotz dieser Erfahrungen allerdings zunächst noch gegen ein Verbot entschieden und setzt stattdessen auf eine Selbstverpflichtung der Hersteller. Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte die Entscheidung der neuseeländischen Umweltministerin, warnte aber auch vor möglichen Schlupflöchern: In den Vereinigten Staaten ist zu beobachten, dass Hersteller versuchen, mit neuen Produktkategorien – die nicht unter den Begriff Pflegeprodukte fallen sollen – das Verbot zu umgehen. Außerdem wurde der Minister aufgefordert, auch ein Verbot von Plastiktüten zu erlassen. Dies aber verweigerte der Politiker ausdrücklich.


Via: Treehugger

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