Das Schreddern männlicher Küken nennt sich im Fachdeutsch »Homogenisierung«. In Deutschland ist diese Praxis erlaubt, hier werden pro Jahr etwa 45 Millionen Bruderküken nach dem Schlüpfen direkt der Tötung zugeführt. Übrig bleiben nur die eierlegenden Weibchen, weil diese dem Betrieb einen Gewinn einbringen. Als Masthähnchen eignen sich die Männchen dieser Rassen nicht, weil sie normalerweise zu wenig Fleisch ansetzen.


Wer in Deutschland Küken schreddert, hat nichts zu befürchten

Laut einer Recherche des Bayerischen Rundfunks distanziert sich die deutsche Geflügelwirtschaft vom Schreddern lebender Eintagsküken. Das Betäuben und die anschließende Tötung mit Kohlendioxid sei hingegen gängige Praxis. Das Schreddern ist jedoch weder verboten noch meldepflichtig. Wer dieses Verfahren in Deutschland durchführt, hat vom Gesetzgeber nichts zu befürchten.


Das Ersticken mittels CO2 bleibt in der Schweiz erlaubt

Der Bundesrat der Schweiz hat nun, am 23. Oktober 2019, beschlossen, das Schreddern lebender Bruderküken zu verbieten. Dieser Entscheidung ging Anfang dieses Jahres eine Motion voraus, das heißt also ein parlamentarischer Vorstoß, der die Regierung zum Handeln auffordert. In Kraft tritt das neue Gesetz am 1. Januar 2020. Allerdings befand sich die mechanische Tötungsmethode in unserem Nachbarland ohnehin bereits auf dem Rückzug, sie wurde von den Brütereien nur noch in seltenen Fällen eingesetzt. Das Ersticken mittels Kohlendioxidbegasung, wie es auch in Deutschland üblich ist, bleibt weiterhin erlaubt und wird massiv angewandt.

Wie lässt sich das Geschlecht frühzeitig erkennen?

Verschiedene Forschergruppen widmen sich aktuell der Frage, wie sich das Geschlecht der Küken schon kurz nach der Befruchtung erkennen lässt. Sobald sich ein entsprechender Test etabliert hat, besteht die Möglichkeit, Eier mit männlichem Inhalt frühzeitig zu vernichten, bevor sie überhaupt bebrütet werden. So können sich die unerwünschten Küken gar nicht erst entwickeln und müssen nicht direkt nach dem Schlüpfen dem Tod ins Auge sehen. Wie angenehm allerdings das Leben der Weibchen ist, steht in den Sternen.

Quelle: nzz.ch, zeit.de, br.de

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