Ursprünglich war geplant, den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS bereits in diesem Jahr einzustellen. Doch die aus verschiedenen Modulen bestehende Plattform ist noch gut in Schuss und dient als Basis für viele wichtige wissenschaftliche Experimente. Die an der Raumstation beteiligten Nationen haben sich daher darauf geeinigt, die gemeinsame Finanzierung bis zum Jahr 2024 fortzusetzen. Grundsätzlich hat die US-Weltraumbehörde NASA aber andere Pläne. Sie will sich aus der erdnahen Weltraumforschung zurückziehen und die Ressourcen stattdessen in die geplante Marsmission investieren. Für die ISS wiederum scheint sich eine andere Lösung anzubahnen: Diese könnte ab dem Jahr 2024 von einem Privatunternehmen betrieben werden.


1024px-STS-133_International_Space_Station_after_undocking_5

Die Pläne müssen noch mit den beteiligten Raumfahrtagenturen abgestimmt werden

Entsprechende Pläne der NASA gelangten in den letzten Tagen an die Öffentlichkeit. Natürlich kann die US-Raumfahrtagentur diese Entscheidung dabei nicht alleine treffen – immerhin sind unter anderem auch die europäische Raumfahrtagentur ESA und die Raumfahrtbehörden Russlands, Kanadas und Japans an dem Projekt beteiligt. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass die anderen Länder bereit sein werden, den Finanzierungsanteil der NASA zu übernehmen – dieser liegt aktuell bei rund drei Milliarden Dollar jährlich. Die geplante Privatisierung könnte also einen Ausweg bieten, um weiterhin Experimente in der erdnahen Weltraumforschung zu ermöglichen. Welches Privatunternehmen dann letztlich den Betrieb der Raumstation übernehmen kann und will, ist noch unklar. Immerhin handelt es sich bei der geplanten Privatisierung um ein absolutes Novum ohne historische Vorläufer.


Boeing und SpaceX fliegen bereits heute zur ISS

Zumindest die technischen Vorraussetzungen hätten aber wohl die Firmen Boeing und Space X. Beide übernehmen bereits heute Transportflüge zur Raumstation und sollen ab dem nächsten Jahr auch Astronauten ins Weltall transportieren. Die ISS besitzt zudem bereits ein Andockmodul, was mit den Raketen der beiden Privatunternehmen kompatibel ist. Beide Firmen hatten zudem in der Vergangenheit schon angekündigt, zukünftig auch Weltraumreisen anbieten zu wollen. Da könnte sich eine Basis auf der niedrigen Erdumlaufbahn als durchaus nützlich erweisen. Es ist aber auch nicht undenkbar, dass bis zum Jahr 2024 noch weitere Firmen auf den Plan treten, die Interesse an der Übernahme der ISS haben.

Via: Geek.com

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Christoph

    23. August 2016 at 01:14

    Entweder wird die Station für den Weltraumtourismus verwendet, oder man baut dort andere Sachen wie Fabriken oder so was zusammen. Wie viel Quadratmeter hat diese Station eigentlich? Also ich meine jetzt die Räumlichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.