Die japanischen Werften waren es einst gewohnt, beständig Marktanteile hinzu zu gewinnen. Sie sorgten so beispielsweise dafür, dass in Deutschland heute gar keine reinen Containerschiffe mehr gebaut werden. Inzwischen ist aber auch die japanische Schiffsindustrie nicht mehr so erfolgsverwöhnt wie früher, auch wenn noch immer rund jedes fünfte Schiff aus dem asiatischen Inselstaat kommt. Nun will die Branche aber mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung wieder an internationaler Relevanz gewinnen: Ab dem Jahr 2025 sollen selbstfahrende Containerschiffe aus japanischen Werften über die Weltmeere fahren. Diese haben für die Kunden eine Vielzahl an Vorteilen: So liegen die Betriebskosten deutlich niedriger und auch die Gefahr eines Unfalls oder einer Havarie soll sinken.


Solche riesigen Containerschiffe könnten zukünftig ganz ohne Besatzung auskommen. Foto: By Buonasera [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Bisher sind noch keine autonomen Schiffe kommerziell im Einsatz

Anders als bei selbstfahrenden Autos steht die Technologie allerdings noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Zumal im Vergleich zum normalen Straßenverkehr auch weitere Problematiken hinzukommen – etwa der Wellengang oder das sich ändernde Wetter. Bisher sind daher weltweit noch keine autonomen Schiffe kommerziell im Einsatz. In Norwegen soll ab dem Jahr 2019 allerdings ein autonomes Elektroschiff Dünger über Binnengewässer transportieren. In Japan haben sich nun rund um die Schwergewichte Mitsui O.S.K. Lines und Nippon Yusen zahlreiche Werften und Reedereien zusammengetan, um sich die Entwicklungskosten zu teilen und die Technologie schneller zur Marktreife zu bringen. Auch der Staat hat bereits finanzielle Unterstützung zugesagt.

Die neue Technologie sorgt auch für mehr Platz auf den Schiffen

Selbstfahrende Schiffe ohne Besatzung stellen aber ohnehin nur den Endpunkt einer langen Entwicklung dar. Denn schon heute werden immer weniger Seeleute an Bord benötigt, um immer größere Schiffe zu navigieren. So können inzwischen mehr als 20.000 Container mit einer Besatzung von lediglich 20 Mann transportiert werden. Die eingesparten Gehaltskosten dürften also gar nicht so hoch sein. Allerdings benötigen Schiffe ohne Besatzung auch keine Schlafräume und keine Kommandobrücke, sodass zusätzlicher Platz für weitere Container entsteht. Die japanische Schifffahrtsindustrie verbindet mit der neuen Technologie jedenfalls bereits jetzt große Hoffnungen: Der Weltmarktanteil soll durch die nun gestartete Initiative von zwanzig auf mindestens dreißig Prozent steigen.


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