Traditionell sieht die staatliche Stromversorgung so aus, dass ein Kraftwerk zentral Strom produziert und dieser dann mit Hilfe von Übertragungsleitungen zu den Endabnehmern gebracht wird. Im südostasiatischen Myanmar funktioniert dieses System allerdings nur bedingt. Denn nur 16 Prozent der Häuser in ländlichen Regionen verfügen über einen Anschluss an das staatliche Stromnetz. Die Regierung des Landes hat daher nun in Zusammenarbeit mit zahlreichen privaten Unternehmen und Organisationen ein interessantes Programm in Gang gesetzt. Dabei soll der Strom nicht mehr in Großkraftwerken erzeugt werden. Vielmehr ist der Einsatz von dezentralen Solarmodulen geplant. Diese werden über das Land verteilt und produzieren jeweils vor Ort den benötigten Strom. Innerhalb der nächsten vierzehn Jahre soll dann jedes Haus des Landes elektrifiziert sein.


Via: Inhabitat
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Alleine 500 Todesfälle durch schlecht gekühlte Gegengifte

Bisher hingegen besitzen ganze Dörfer und Regionen keine zuverlässige Stromversorgung, was mitunter tödliche Folgen haben kann. So muss beispielsweise das Gegenfift für bestimmte Schlangenbisse dauerhaft gekühlt werden. Fällt nun aber in einem Dorf für längere Zeit der Strom aus, ist davon auch der zentrale Kühlschrank betroffen, in dem die Medikamente und Gegengifte gelagert werden. Experten schätzen, dass sich alleine durch eine bessere Kühlung von Gegengiften jährlich rund 500 Todesfälle vermeiden lassen. Hochgerechnet auf Impfstoffe und Medikamente dürfte die Zahl zudem noch einmal deutlich höher liegen.

Die Solarenergie soll die wirtschaftliche Situation verbessern

Die Solarinitiative soll aber auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten. Denn Myanmar gilt zwar inzwischen – nachdem Jahrzehnte der Militärdiktatur überwunden wurden – als Land mit viel wirtschaftlichem Potential. Trotz guter Wachstumszahlen in den vergangenen Jahren kam diese Entwicklung bei der ländlichen Bevölkerung aber noch nicht an: Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen nimmt das Land den 148. Platz unter insgesamt 188 Staaten ein. Die Hoffnung ist nun, dass zum einen die Bevölkerung bei den Stromkosten entlastet wird. Denn die Solaranlagen liefern nicht nur zuverlässig Strom, sondern sind auch günstiger als die bisher stundenweise genutzten Dieselgeneratoren. Zudem kann die Landbevölkerung die sichere Stromversorgung nutzen, um wirtschaftliche Aktivitäten effektiver zu entfalten – was wiederum der wirtschaftlichen Entwicklung des gesamten Landes zugute käme.


Via: Inhabitat

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