In deutschen Wohnzimmern darf Cannabis nicht einmal als Zierpflanze stehen, Besitz und Anbau sind komplett verboten. In Italien war es bisher kaum anders, auch die dortigen Gerichte urteilten streng. Doch jetzt ist eine unerwartete Wende eingetreten, weil der Besitzer zweier Pflanzen sich nicht geschlagen geben wollte.


Von <a href="https://www.wikidata.org/wiki/Q29586018" class="extiw" title="d:Q29586018">Frank Liebig</a> - Archiv Frank Liebig, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 de">CC BY-SA 3.0 de</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50379958">Link</a>
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Das Parlament soll ein »Cannabis-light«-Gesetz formulieren

Der Italiener nannte zwei Marihuanapflanzen sein Eigen und sah gar nicht ein, sie herzugeben. Darum wandte er sich ans Oberste Gericht und stritt für sein »Recht auf eigenes Cannabis«. Die Richter gaben diesem Antrag statt, sie entschieden, dass der Mann seine Pflanzen behalten darf – insofern es bei diesen kleinen Mengen bleibt. Diese Regelung soll dazu dienen, mafiöse Organisation finanziell zu destabilisieren, deren hauptsächliche Einnahmequelle der Drogenhandel ist. Das italienische Parlament ist nun dazu aufgerufen ein entsprechendes Gesetz zur Legalisierung von Marihuana in kleinem Rahmen zu formulieren, »Cannabis light« genannt. Wer eine »minimale Menge für den persönlichen Konsum« nicht überschreite, der soll von jetzt an nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden.

»Der Staat darf nicht zum Drogendealer werden«

Einige Parlamentarier begrüßten den Aufruf zur Gesetzesänderung lautstark, doch es kam auch Kritik auf. Die Oppositionspartei Lega gab bekannt: »Wir werden mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass der Staat nicht zum Drogendealer wird.« In Italien konsumieren nach offiziellen Zeitungsberichten mehr als 6 Millionen Menschen Cannabis, obwohl dies bislang streng verboten war. Die meisten von ihnen sind bis zu 34 Jahre jung und männlich. Frauen neigen weniger zum THC-Rausch und auch ältere Menschen zeigen sich eher abgeneigt.


In Deutschland würde die Legalisierung von Cannabis geschätzte 2 Milliarden Euro pro Jahr in die staatliche Kasse spülen, so besagen es die Schätzungen von Wirtschaftsexperten. Doch derzeit steht nur ein einziger Weg offen, straflos an den Stoff zu gelangen: mit Hilfe eines ärztlichen Rezepts. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, warnt vor den gesundheitlichen Folgen des THC-Konsums: »Hier geht es nicht um banale Erkrankungen, sondern um teilweise massive Hirnschädigungen.«

Quelle: wienerzeitung.at, n-tv.de

1 Kommentar

  1. CB

    29. Dezember 2019 at 11:36

    Bei erscheinen des Artikels hatte Daniela Ludwig Marlene Mortler bereits seit drei Monate als Drogenbeauftragte der Bundesregierung abgelöst!

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