Im Zusammenhang mit Plastikmüll machen in letzter Zeit vor allem Strohhalme von sich reden. Ketten wie McDonald’s und Starbucks erproben bereits alternative Trinkhilfen aus Papier, und auch Einzelhändler wie Rewe und Lidl wollen keine Strohhalme mehr verwenden. In Bezug auf global auftretende Plastikmüllmengen sind Strohhalme ein Problem, das keine besonders große Rolle spielt. Allerdings sind die kleinen Trinkhilfen derart präsent im Plastikmüll an Europas Stränden, dass sie zum Symbol des Kampfes gegen Plastikabfälle geworden sind. Ein Kampf, an dem auch wir Deutschen teilnehmen müssen. Zwar sahen wir uns lange als Vorreiter beim Thema Recycling, aber ganz so einfach ist das nicht.


Deutschlands Recyclingsystem ist nicht perfekt

In Deutschland gibt es ein auf dem Papier gut organisiertes Recyclingsystem. Verpackungsmüll wird unter dem Label des grünen Punktes zur Wiederverwertung gesammelt. Allerdings wird am Ende nur etwa ein Drittel davon tatsächlich verwertet. Der Rest des Mülls aus den gelben Säcken, Tonnen und Containern landet in den Müllverbrennungsanlagen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manche Kunststoffe können von den automatischen Sortieranlagen nicht erkannt werden, andere sind sogenannten Verbundkunststoffe, die sich nachträglich nicht mehr trennen lassen. Und auch Verpackungsmaterial mit noch angehängtem Aludeckel wird nicht wiederverwertet, weil die beiden Bestandteile von Hand getrennt werden müssten.


In Deutschland wird das zunehmend ein Problem. Denn weniger wird der Plastikmüll auch bei uns nicht. Senioren und Singles greifen gerne mal zu kleineren Verpackungsgrößen, und generell werden die Verbraucher bequemer. Das fängt beim abgepackten Salat mitsamt Dressing im Tütchen an und hört bei abgepackten, bereits geschnittenen Ananas in Plasticcontainern auf. Und auch die 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher pro Jahr tragen nicht unbedingt dazu bei, die Mengen an Plastikmüll zu verringern.

Neue Preise bei der Entsorgung sollen dem Problem begegnen

Aber Veränderungen sind in Sicht. In Zukunft sollen die Entsorger, die in unserem dualen System von den Produktherstellern gesucht werden müssen, ihre Preise nach der Wiederverwertbarkeit der Verpackungen staffeln. Ein Joghurtbecher aus Plastik, der mit Pappe umhüllt und einem Aludeckel verschlossen ist, soll dann als „geringfügig recycelbar“ gelten. Eine nicht gefärbte weiße Waschmittelflasche dagegen wäre hochgradig recycelbar und in der Entsorgung günstiger. Die neue Staffelung würde sich wahrscheinlich auch auf die Preise auswirken, da die Hersteller die Entsorgungskosten in die Produkte einpreisen würden.

Und was die Strohhalme angeht: Von den plastikfreien Varianten sind kürzlich erste Fotos aufgetaucht. Verpackt sind sie einzeln in Plastikfolie.

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