Schlaf- und Beruhigungsmittel bergen ein sehr hohes Risiko der Abhängigkeit. Um Patienten und Ärzte stärker darauf hinzuweisen, startete nun die Krankenkasse Barmer GEK sowie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) und die Bundesärztekammer (BÄK) eine Aufklärungskampagne.


Tabletten

Andrea Jakob-Pannier, Suchtpräventionsexpertin bei der BARMER GEK, berichtet von mehr als 1,2 Millionen Menschen in Deutschland, die süchtig nach Schlaf- und Beruhigungsmitteln sind. Laut Jakob-Pannier ist den meisten Personen gar nicht bewusst, dass diese Tabletten, die zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine zählen, ein hohes Suchtpotenzial bieten. Wenn ein Mensch diese Medikamente bereits drei bis vier Wochen am Stück einnimmt, kann sich bereits eine starke Abhängigkeit entwickeln, so die Suchtpräventionsexpertin der Krankenkasse. Der Körper gewöhnt sich nämlich bereits nach zwei Wochen an das Medikament und der Anwender hat das Gefühl, dass die Dosis zu niedrig ist und nimmt danach noch mehr Tabletten.


Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln nur unter ärztlicher Kontrolle

Das Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer Dr. Christoph von Ascheraden fordert sogar die Einnahme dieser Medikamente unter ärztlicher Kontrolle bzw. zur kurzfristigen Überbrückung von persönlichen Lebenskrisen. Darüber hinaus bietet die Barmer GE auf ihrer Internetseite praxisnahe Hilfen für die richtige Einnahme von Medikamenten. Dabei wird unter anderem auf die „4K-Regel“ verwiesen. Die vier K stehen dabei für klare Indikationsstellung, kleinste notwendige Dosis, kurze Anwendungsdauer und kein schlagartiges Absetzen der Medikamente.

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