Moderne Fahrzeuge verfügen über mehr Funktionen und einen merklich höheren Komfort als ältere Modelle. Die Kehrseite dieser Entwicklung: Wartungs- und Reparaturarbeiten fallen oftmals deutlich aufwändiger aus als früher. Auf dem afrikanischen Kontinent hingegen gibt es ganz andere Anforderungen als in Europa: Wichtig ist dort vor allem, dass die Laster lange problemlos gefahren und im Zweifelsfall einfach repariert und gewartet werden können. Studenten der TU München haben daher bereits vor fünf Jahren mit dem Projekt aCar begonnen. Herausgekommen ist ein kleiner Elektrolastwagen mit einer Länge von 3,70 Metern und zwei Elektromotoren. Dieser soll in Entwicklungsländern die Mobilität in ländlichen Regionen befördern und so gebaut sein, dass auch Fahrten bei schlechten Streckenverhältnissen problemlos absolviert werden können.


Bild: Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik / TUM

Die Reichweite liegt bei maximal 208 Kilometern

Spitzengeschwindigkeit und Reichweite wurden ebenfalls an die Bedingungen vor Ort angepasst. So kann nicht schneller als 70 Stundenkilometer gefahren werden – was aufgrund der Straßenbeläge aber ohnehin nur selten möglich ist. Je nach Batteriekapazität beträgt die Reichweite entweder 100 oder 200 Kilometer pro Akkuladung. Untersuchungen der Entwickler haben allerdings ergeben, dass die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke in Afrika ohnehin nur bei 70 Kilometern liegt. Zusätzlich wurden zudem Solarmodule auf dem Dach installiert, die noch einmal für fünf bis acht zusätzliche Kilometer sorgen können. Gebaut werden wird das aCar direkt in den Ländern vor Ort. Aufgrund der vergleichsweise simplen Konstruktionsweise kann die benötigte Expertise relativ schnell vermittelt werden. In Afrika wird der E-Laster dann zu einem Preis von weniger als 10.000 Euro auf den Markt kommen.

Die europäische Version ist deutlich teurer

Dafür wurde aber auch auf fast jeglichen Komfort verzichtet. So gibt es weder eine Servolenkung noch elektrische Fensterheber. Inzwischen hat der neu entwickelte Elektrolaster aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auch auf anderen Kontinenten Interesse geweckt. Ende nächsten Jahres soll daher auch in Deutschland eine Version des aCar auf den Markt kommen. Der Preis liegt allerdings mit rund 22.000 Euro mehr als doppelt so hoch wie in Afrika. Bis 2025 ist dann die Markteinführung in zahlreichen weiteren Ländern geplant – etwa Mexiko, Brasilien und Ägypten. Aus dem studentischen Projekt ist inzwischen ein richtiges Wirtschaftsunternehmen geworden, das auch Partner aus der etablierten Autoindustrie gewinnen konnte. So liefert Bosch nicht nur den Antriebsstrang, sondern beteiligte sich auch sonst aktiv an der Entwicklung des aCar.


Via: aCar (PDF)

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