Zecken sind nicht nur unangenehm, sondern können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Diesen Sommer gilt es, ganz besonders auf der Hut zu sein. So viele Zecken wie dieses Jahr gab es in Deutschland seit 10 Jahren nicht mehr. Das erhöht natürlich das Risiko, von den gierigen Blutsaugern gebissen zu werden. Und im Schnitt trägt jede vierte Zecke davon die Erreger für Lyme-Borreliose in sich.


Zecken
Foto: Matthias Apsel CCO 1.0

Mehr Zecken als gewöhnlich

In Deutschland existieren etwa 20 Zeckenarten, die im Sommer grundsätzlich besonders aktiv sind. Sie lauern an Gräsern, Büschen oder generell im Unterholz und befallen vor allem kleine Säugetiere. Aber auch Hunde, Katzen und Menschen können Opfer der Zecken werden. Sobald die Zecke auf die Haut gelangt, beißt sie zu und beginnt Blut zu saugen. Ein Teil des Blutes gelangt dabei vermischt mit dem Speichel der Zecke wieder in die Wunde. Dabei können Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Lyme-Borreliose übertragen werden.

Dieser Sommer soll angeblich besonders zeckenreich werden. „In diesem Jahr ist das Risiko insgesamt besonders hoch. Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben. Wir haben die höchste Zahl von Zecken, die wir seit Beginn der Untersuchungen gesammelt haben – gut für die Zecken, schlecht für uns„, so Gerhard Dobler vom Deutsches Zentrum für Infektionsforschung. Während 2017 noch 228 Zecken pro standardisierter Fläche unterwegs waren, sind für 2018 443 der kleinen Blutsauger prognostiziert. Spaziergänger und andere Outdoor-Fans sollten sich daher nach jedem Aufenthalt im Freien sorgfältig nach Zecken absuchen, um diese im Idealfall vor dem Biss zu entdecken und entfernen zu können. Außerdem sollten lange. leichte Klamotten statt kurzer Hose und T-Shirts getragen werden – vor allem beim Aufenthalt in Wäldern oder auf Wiesen.


Vorsicht vor von Zecken übertragenen Krankheiten

Die ungewöhnlich hohe Anzahl von Zecken ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Milde Winter fördern die Aktivität der kleinen Blutsauger. Bedingt durch den Klimawandel können sich inzwischen auch eher südlich heimische Zeckenarten bei uns niederlassen. Das führt auch dazu, dass sich die Risikogebiete für die FSME-Hirnhautentzündung weiter nach Norden verschieben.

Ein weiterer Faktor ist ein Bucheckern-reicher Herbst. Die reichliche Baumsamen-Nahrung führt zu steigenden Zahlen kleiner Säugetiere. Daher finden die Zecken besonders viel Beute und können sich schnell vermehren.

Wer bei sich Warnzeichen für die Lyme-Borreliose wie gerötete Bissstellen und grippeähnliche Symptome entdeckt, der sollte einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt kann die Krankheit zu Spätfolgen wie Lähmungen, Gelenkschmerzen und Herzproblemen führen.

Der Erreger für die zweite von Zecken übertragene Krankheit, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ist regional sehr unterschiedlich verteilt. Für die Krankheit existiert eine Schutzimpfung, aber kein wirksames Heilmittel. Um das Risiko zu minimieren, sollte man sich als impfen lassen. Das gilt besonders im süddeutschen Raum.

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1 Kommentar

  1. derKritiker

    3. Juli 2018 at 15:20

    Tja, und wo bleibt die Gegenaktion ??!?!
    So wie in Afrika bezüglich der Malaria Mücke ??!?
    Es könnten Tümpel und andere stehende Gewässer durch die Forstwirtschaften und andere zuständige Stellen ja behandelt werden.
    Aber irgenwie will man das wohl nicht, weil hier wieder die Kosten an falscher Stelle gesehen werden.
    Lieber hat man das Risiko, das Leute krank werden und im schlimmsten Fall sogar im Rollstuhl landen.
    Ganz toll …. Danke Deutschland.

    Beim Thema MRSA könnte ich mich noch mehr aufregen …. Untätige, und geldgeile Dilettanten sind da am ReGIERungswerk …

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