Norwegen ist für die Hersteller von Elektroautos so etwas wie das Paradies. In keinem europäischen Land ist der Anteil der Autos ohne Verbrennungsmotor so hoch. Auch für Tesla ist das Königreich daher ein wichtiger Markt. Doch nun musste Unternehmenschef Elon Musk überraschend ankündigen: Die Lieferungen nach Norwegen werden gedrosselt. Kunden dort müssen also teilweise länger auf ihr Auto warten als gedacht. Doch was steckt hinter der ungewöhnlichen Maßnahme? Der Grund ist relativ simpel: Tesla kann nicht genügend Lastwagen für den Transport der Autos innerhalb des Landes auftreiben. Der Versuch die Transporte stattdessen über Schweden zu organisieren schlug ebenfalls fehl: Die dort gestarteten Lastwagen wurden von der norwegischen Polizei wegen erheblicher Sicherheitsmängel aus dem Verkehr gezogen.


Die Logistikunternehmen pochen auf eine langfristige Planung

Eigentlich werden die neu produzierten Tesla-Fahrzeuge zunächst per Schiff in den norwegischen Hafen Drammen transportiert. Von dort erfolgt dann die weitere Auslieferung per LKW. Aktuell gibt es in Drammen dafür aber nicht genug Autotransporter. Über den Grund dafür streiten sich die Parteien. Musk verkündete bei Twitter süffisant, man übersteige wohl schlicht die Kapazitäten der örtlichen Logistikunternehmen. Diese widersprachen allerdings und verwiesen darauf, dass Tesla es versäumt habe, größere Transportmengen frühzeitig vertraglich festzulegen. In jedem Fall begann der Konzern daher damit, die Autos stattdessen ins schwedische Göteborg zu verschiffen und dort auf Lastwagen zu verladen. Doch offensichtlich standen auch dort nicht gerade die besten Transporter zur Verfügung.


Im März werden traditionell sehr viele Fahrzeuge ausgeliefert

So verfügten die Fahrzeuge lediglich über die Abgasnorm Euro 3 – was nicht gerade umweltfreundlich ist. Viel schlimmer aber noch: Insgesamt rund einem Dutzend Lastwagen wurde in Norwegen die Weiterfahrt verweigert, weil es etwa Probleme mit der Beleuchtung oder den Bremsen gab. Besonders kurios: Eines der Fahrzeuge war sogar noch mit Sommerreifen unterwegs. Offensichtlich ließ sich dann auch in Göteborg kurzfristig kein Ersatz organisieren, sodass Tesla mit der Drosselung der Lieferungen reagierte. Dies ist für das Unternehmen durchaus ein Rückschlag. Denn eigentlich wird der März traditionell genutzt, um noch möglichst viele Fahrzeuge im ersten Quartal auszuliefern. Dass ein wichtiger Markt wie Norwegen dafür nun nur bedingt zur Verfügung steht, dürfte Elon Musk nicht wirklich freuen. Um ähnliche Probleme zukünftig zu vermeiden, werden nun eigens norwegische Beamte nach Göteborg reisen und dort vor Ort die Lastwagen überprüfen.

Via: Cleantechnica

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1 Kommentar

  1. Kai

    28. März 2018 at 12:13

    „Die dort gestarteten Lastwagen wurden von der norwegischen Polizei wegen erheblicher Sicherheitsmängel aus dem Verkehr gezogen“ Bitte, was? In Schweden schicken die LKW los, die in Norwegen von der Polizei gestoppt werden?! Sommerreifen im Winter?! Schweden scheint noch weitaus größere Probleme zu haben, als ich dachte.

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