Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Nigeria schon jetzt mehr als 190 Millionen Menschen leben. Zum Vergleich: Noch im Jahr 1997 waren es lediglich knapp 90 Millionen. Diese Entwicklung soll auch in den nächsten Jahren so weiter gehen. Für die Mitte dieses Jahrhunderts wird eine Einwohnerzahl von über 400 Millionen prognostiziert. Das Problem: Schon heute existieren in dem Land zu wenig landwirtschaftliche Flächen, um die Bevölkerung zu ernähren. Tatsächlich werden aktuell nur rund 30 Millionen Hektar Farmland entsprechend bewirtschaftet. Benötigt würden aber eigentlich stolze 78,5 Millionen Hektar – zumindest wenn man die klassischen landwirtschaftlichen Methoden als Grundlage nimmt. Der Farmer Samson Ogbole setzt hingegen auf einen anderen Ansatz: Er will mit der Aeroponik-Technologie Pflanzen direkt in den Städten anbauen.


Bild: PS Nutraceuticals

Aeroponik besitzt drei große Vorteile

Bei dieser Anbaumethode wird kein nährstoffreicher Boden mehr benötigt. Stattdessen hängen die Pflanzen in der Luft und die Wurzeln werden in einem Behälter mit Hydrokultur-Lösung fixiert. Für Nigeria bringt dieser Ansatz grundsätzlich drei Vorteile mit sich:

1. Es wird deutlich weniger Fläche benötigt, weil die Kulturen beispielsweise auch in Fabrikhallen übereinander angelegt werden können.


2. Die Pflanzen wachsen das ganze Jahr über. Dadurch schwanken die Preise nicht mehr so stark und es müssen auch weniger Lebensmittel eingelagert werden. Außerdem erhöht sich dadurch die Produktion.

3. Der Anbau kann direkt in den Städten erfolgen. Dies hat zur Folge, dass auf dem Weg vom Farmer bis zum Verbraucher weniger Zwischenhändler und Transporteure benötigt werden. In der Regel führt dies zu sinkenden Preisen.

Die NASA will mit der Methode Gemüse im Weltraum anbauen

Ogbole selbst kam im Jahr 2014 erstmals mit der Aeroponik-Technologie in Kontakt und gründete zwei Jahre später die Firma PS Nutraceuticals. Diese hat das Ziel, mithilfe moderner Technologie die landwirtschaftliche Produktion in Nigeria zu steigern, ohne dafür den Verbrauch an Ressourcen übermäßig steigern zu müssen. Ursprünglich ist Aeroponik bereits in den 1980er Jahren entwickelt worden. Anschließend trieb vor allem die NASA die Forschung in diesem Bereich an, weil auf diese Weise auch im Weltall Pflanzen angebaut werden können. Inzwischen hat die Technologie durch den Einsatz moderner Instrumente – etwa smarter Sensoren und automatisierte Steuerungseinheiten – noch einmal einen Quantensprung gemacht. Ogbole hofft nun, dass sich so langfristig die strukturellen Probleme in Nigerias Landwirtschaft lösen lassen.

Via: Inhabitat

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