Viele Landwirte haben einen Teil ihrer Flächen bereits der Energiewende zur Verfügung gestellt. Diese wurden dann mit Solarmodulen bestückt und produzieren nun sauberen Strom anstelle von Nahrungsmitteln. Wissenschaftler der Universität Hohenheim wollen es den Bauern nun aber ermöglichen, beides miteinander zu verbinden. Bei der sogenannten Agrarphotovoltaik werden die Solarpanels in einer Höhe von rund sieben Metern angebracht. Darunter können dann ganz normal Pflanzen angepflanzt werden. Auch sonst verändert sich für den Landwirt nicht viel. Selbst der Einsatz des Mähdreschers ist unter den Solarmodulen problemlos möglich. Ein langfristiges Experiment soll nun zeigen, ob die Pflanzen unterhalb der Solarkonstruktionen tatsächlich genauso schnell und gut wachsen wie bei konventionellen Bedingungen.


Bildquelle: Fraunhofer ISE
Bildquelle: Fraunhofer ISE

Die gesammelten Daten sollen zu weiteren Verbesserungen führen

Daher wurde eine 2,4 Hektar große Fläche im Bodenseekreis zum Testgebiet erklärt. Ein Drittel des Ackers wurde dabei mit Solarmodulen überdacht. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird nun auf der kompletten Versuchsfläche stets dasselbe angebaut, um so eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Die Forscher vergleichen dabei aber nicht nur das reine Endergebnis, sondern messen mit Hilfe von Mikroklima-Stationen auch eine Vielzahl an Daten. Diese sollen dann unter Umständen genutzt werden, um den Aufbau der Solarmodule weiter zu verbessern. Aktuell gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich der Pflanzenertrag durch die Agrarphotovoltaik leicht verringern wird – dafür aber jede Menge nachhaltige Energie entsteht.

Die Menge an produzierter Energie ist durchaus beachtlich

Allein die Versuchsanlage wird ausreichend Strom produzieren, um rein rechnerisch immerhin 62 Haushalte zu versorgen. Großflächig zum Einsatz gebracht, könnte die Technik also durchaus einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten. Positiver Nebeneffekt: Der Kampf um Flächen zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion könnte sich ein wenig entspannen. In den ersten beiden Versuchsjahren sollen nun zunächst Kleegras, Winterweizen, Kartoffeln und Sellerie angebaut werden. Die Forscher denken zudem bereits über Deutschland hinaus. Denn in vielen heißen und trockenen Gebieten könnten die Solarpanels sogar noch Schatten spenden und so sogar die Pflanzenproduktion erhöhen. Diese Hypothese muss allerdings ebenfalls noch in der Praxis erprobt werden.


Via: Universität Hohenheim

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