Traditionell wurden auf japanischen Reisfelder Enten genutzt, um das Wachstum der Pflanzen zu unterstützen. Denn die Tiere brachten drei Vorteile mit sich. Zum einen fraßen sie unerwünschte Insekten. Außerdem dienten ihre Ausscheidungen als eine Art natürlicher Dünger. Vor allem wirbelten sie mit ihren Füßen aber Schmutz auf, sodass unerwünschte Pflanzen nicht genug Sonnenlicht erhielte, um sich unterhalb der Wasseroberfläche zu entwickeln. Inzwischen ist der Einsatz von Enten in Japan nicht mehr weit verbreitet. Ein Ingenieur von Nissan hat nun aber eine technische Lösung entwickelt, die einem ähnlichen Ansatz folgt. Der kleine Roboter trägt daher auch den Namen Aigamo – was sich grob als Ente übersetzen lässt.


Bild: Nissan

Bisher existiert nur ein Prototyp

Während des Einsatzes erinnert das Gerät ein wenig an einen ausgebüxten Staubsauger-Roboter. Mithilfe des GPS-Signals und einer WLAN-Verbindung navigiert die künstliche Ente autonom durch die Reisfelder. Die dafür benötigte Energie wird durch ein Solarmodul gewonnen. Der Trick besteht nun darin, dass sich auf der Unterseite des Roboters zwei kleine drehende Rollen befinden. Diese sorgen zum einen für den Antrieb der künstlichen Ente. Zum anderen wirbeln sie aber auch das Wasser auf, wodurch der gewünschte Effekt erreicht wird und sich kein Unkraut mehr etablieren kann. Noch allerdings existiert von dem Aigamo-Roboter lediglich ein erster Prototyp. Dieser wurde von Tetsuma Nakamura entwickelt, um einem befreundeten Reisfarmer zu helfen. Bekannt wurde dies, weil Nakamura gleichzeitig als Ingenieur bei Nissan beschäftigt ist.

Die japanischen Reisfarmer finden kaum noch Arbeitskräfte

Der Konzern hat zwar bisher nicht erkennen lassen, den Reisfeld-Roboter selbst vermarkten zu wollen. Er unterstützt die Idee des Angestellten aber massiv und hat auch ein Video der Erfindung bei Youtube veröffentlicht. Gedacht wurde dabei aber vor allem an die japanische Öffentlichkeit. Denn das Bild- und Tonmaterial ist nicht mit englischen Untertiteln versehen. Grundsätzlich besteht bei den japanischen Reisfarmern Bedarf an hilfreichen Robotern. Denn die Bevölkerung des Landes wird älter, sodass es immer schwerer wird, Menschen für den Anbau von Reis zu gewinnen. Wem diese Problematik bekannt vorkommt, muss sich nicht wundern: Auch die Bauern in Europa haben bei Erdbeeren und Spargel mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Auch hier wurden daher bereits Roboter entwickelt, die einen Teil der Arbeit übernehmen sollen. Beispielsweise der Sparter für Spargel und eine Entwicklung der University of Essex für Erdbeeren.


Via: The Verge

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