Der europäische Flugzeugbauer Airbus, der auch in den USA und in China Flugzeuge montiert, transportiert Bauteile wie Flügel, Rumpfsegmente, Höhen- und Seitenleitwerk oder Cockpits künftig mit eigenen Frachtern, die mit einem zusätzlichen Windantrieb ausgestattet sind. Dieser erinnert stark an SkySails, einen Lenkdrachen (Kite), den das gleichnamige Hamburger Unternehmen seit gut einem Jahrzehnt anbietet. SeaWing heißt das Konkurrenzsystem, entwickelt von der Airbus-Tochter AirSeas. „SeaWing erinnert mich sehr an unser System“, sagt Stephan Wrage, der 2001 SkySails gründete. Fünf Schiffe haben die Hamburger bisher mit ihrem Windantrieb ausgestattet. Zuletzt, im vergangenen Jahr, den Hochsee-Katamaran „Race for Water“ , der auf Weltreise ist.


@AirbusXxx

Kite hängt an einem 400 Meter langen Seil

Beide Systeme sind auf Deck am Bug befestigt. Wenn der Wind ausreicht werden die Segel per Knopfdruck gestartet. Sie entfalten sich selbstständig und ziehen das Schiff mit Hilfe eines leichten Hochleistungsseils, das 400 Meter lang ist. Wenn die Brise abflaut holt das System den Lenkdrachen ohne fremde Hilfe wieder ein. Die vier Airbus-Frachter sind sowohl in Europa als auch zwischen Europa und den überseeischen Montagewerken unterwegs. Vorerst wird einer davon mit der SeaWing ausgestattet. Das Segel misst 1000 Quadratmeter. Es soll den Treibstoffverbrauch um 20 Prozent senken. Das bedeute, dass sich die Investition in den Kite schon nach einem Jahr amortisiert, beteuert das Unternehmen. Außerdem emittieren Frachter mit zusätzlichem Windantrieb weniger Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Ruß. Das könnte wichtig werden, wenn die Emissionsgrenzwerte für Seeschiffe weiter abgesenkt werden, vor allem aber dann, wenn, wie geplant, ab 2023 Kohlendioxid-Emissionen auch von Reedern bezahlt werden müssen. Die Seeschifffahrt zählt zu den bedeutendsten Emittenten von Schadstoffen.

Elektromechanische Box als Steuermann

SeaWings sind innerhalb kurzer Zeit installiert. Dafür reicht die normale Liegezeit in einem Hafen. Die Kites erreichen Höhen von 250 bis 350 Metern, stören also nicht den Flugverkehr. Das Seil endet in einer elektromechanischen Box kurz unterhalb des Kites. Diese lenkt den Drachen mit Hilfe von zahlreichen Seilen, die zu dem Kite führen. Genauso lenken auch Surfer ihren Kite, ebenso die Sportler, die Lenkdrachen zum lautlosen Flug über Berge und Täler nutzen.


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