Ab dem Jahr 2030 dürfen in Indien nur noch Fahrzeuge mit Elektromotor verkauft werden. Die Regierung hat versprochen, bis dahin die notwendige Infrastruktur aufgebaut zu haben. Neben klassischen Ladesäulen könnte dabei auch eine andere Technologie zum Einsatz kommen. Denn theoretisch ist es denkbar, die Antriebsbatterie des Autos nicht aufzuladen, sondern auszutauschen. Die Fahrt könnte dann innerhalb weniger Minuten fortgesetzt werden. Das Startup Ashok Leyland will diesen Ansatz nun erstmals in der Praxis realisieren. Als Demonstrationsobjekt dienen zunächst innerstädtische Busse. Diese sollen bei Bedarf spezielle Stationen anfahren, um einen geladenen Akku zu erhalten. Die Standzeiten der Busse könnten so reduziert werden.


Proterra
Proterra Elektrobus mit einer revolutionären Reichweite (Bild: Proterra)

Der Akku stellt den größten Kostenfaktor bei Elektroautos dar

Das Ziel des Startups ist durchaus ambitioniert: Der Wechselvorgang soll schneller und günstiger ablaufen als der heute übliche Tankstopp. Auf diese Weise könnte zudem ein großes Hemmnis bei der Verbreitung von Elektroautos beseitigt werden: Der hohe Anschaffungspreis. Denn der Akku ist die mit Abstand teuerste Komponente eines Elektrofahrzeugs. Zukünftig könnten Kunden daher nur das vergleichsweise günstige Restauto kaufen – und den Akku jeweils anmieten. Das System soll daher so aufgebaut sein, dass ein Wechsel auch bei verschiedenen Fahrzeugmodellen möglich ist. Doch so einleuchtend die Idee klingt, sie bringt auch einige Probleme mit sich. So ist beispielsweise zu klären, wie Diebstähle verhindert werden können. Außerdem ist der Wechsel und die Lagerung der schweren Akkus technisch gar nicht so einfach.

Erneuerbare Energien sollen die Akkus laden

Erweist sich der Ansatz bei den innerstädtischen Elektrobussen dennoch als praktikabel, soll das System zeitnah ausgebaut werden. Zunächst auf Fernbusse, dann auf Lastwagen und letztlich auf Privatautos. Für den Wechselvorgang kann dabei stets die selbe Infrastruktur genutzt werden.  Dadurch sollten die Kosten pro Wechsel immer weiter sinken, je mehr Fahrzeuge an dem System beteiligt sind. Aufgeladen werden sollen die Autos ausschließlich mit Erneuerbaren Energien. In diesem Bereich hat die Regierung bereits mit einem massiven Ausbau der Kapazitäten begonnen. Dies ist aber auch nötig: Aktuell kommt es in Indien noch regelmäßig zu Stromausfällen, weil die Nachfrage nicht gedeckt werden kann. Diese Problematik könnte durch die Elektroautos noch einmal verschärft werden.


Via: Inhabitat

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