Die bisher umfangreichste Studie zu E-Auto Nutzern liefert interessante Daten, die für die Zukunft der Elektromobilität eine wichtige Rolle spielen dürften. Im Kern wünschen sich die meisten Nutzer von Elektrofahrzeugen ein öffentliches Schnellladenetz. Kaufanreize beispielsweise durch Vergünstigungen, welche die Bundesregierung überdenkt, nehmen im Entscheidungs-Kontext nur eine untergeordnete Rolle ein.


Volkswagen XL1 - Das 1-Liter Auto
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Der Elektroauto-Trend in Deutschland

Elektroautos erfreuen sich nicht nur in Norwegen einer stets wachsenden Fangemeinde. Auch hierzulande findet stets ein Umdenken statt. Zum einen steigt das Angebot der Fahrzeuge, zum anderen sinken langsam die Anschaffungspreise. Mit dem Blick auf die Gebrauchtwagenplattform Autoscout24 findet man allein unter der Rubrik „Elektrofahrzeuge“ einige Treffer der Elektroautos von Renault, die durchaus erschwinglich sind. Bis es in Deutschland jedoch zu einer Revolution der Elektroautos kommt, wird noch ein wenig Zeit vergehen. Um den Weg bis dahin jedoch entsprechend zu ebnen, hat das Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine ziemlich umfangreiche Befragung unter den E-Auto-Nutzern durchgeführt und dabei auch ein repräsentatives Bild des Durchschnittsnutzers erstellt.

Typischer Nutzer skizziert

Der typische E-Auto-Nutzer aus Deutschland ist 51 Jahre alt, gut gebildet und verfügt über ein höheres Einkommen. Um zu diesem Studienergebnis zu gelangen, wurden im vergangenen Jahr 3.111 private und gewerbliche Erstnutzer von Elektrofahrzeugen befragt. Im Kern wollte man damit herausfinden wer die Nutzer sind und wie sich das Nutzungsverhalten darstellt.


Bei der aktuellen Studie offenbaren sich interessante Fakten, die sich teilweise sogar mit dem Zahlenmaterial der wesentlich weiteren Skandinavier decken. So wohnt jeder zweite Nutzer eines Elektroautos in Deutschland nicht, wie zuvor angenommen, in einer Großstadt mit einer entsprechend gut funktionierenden Infrastruktur, sondern in kleineren Städten und ländlicheren Gegenden. Lediglich 22 Prozent der Befragten leben in einer Großstadt, die über mehr als 100.000 Einwohner verfügt. Haushalte, die ein Elektro-Auto besitzen, verfügen im Schnitt über ein größeres Umweltbewusstsein. Dennoch wird regelmäßig auch noch ein zweites Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb unterhalten. Bei knapp der Hälfte der Studienteilnehmer wurde das konventionelle Fahrzeug jedoch endgültig gegen ein Elektroauto ersetzt.

Hauptargumente für die Nutzung eines E-Autos

Bei den gewerblichen und auch privaten Nutzern von Elektroautos stehen zunächst die Umweltentlastung und das Interesse an der innovativen Fahrzeugtechnologie im Vordergrund. Angeführt werden in diesem Zusammenhang auch die günstigen Energiekosten und der Fahrspaß mit den Elektroflitzern. Nicht ganz so wichtig sind den meisten E-Auto-Nutzern externe Anreize wie kostenloses Parken auf öffentlichen Parkplätzen oder in Parkhäusern oder die Befreiung von der Kfz-Steuer oder das kostenlose Aufladen im öffentlichen Verkehrsraum.

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Plug-In Hybride deutlich in der Unterzahl

Interessant ist auch, dass 87 Prozent der E-Fahrzeug-Nutzer in Deutschland auf allein durch Batterien betriebene Fahrzeuge setzen. Die restlichen 13 Prozent machen Plug-In Hybride aus. Das liegt vermutlich daran, dass sich die Fahrzeuge im Hinblick auf die Alltagsreichweite nicht viel nehmen. Im Schnitt legen rein elektrisch betriebene Fahrzeuge 43 Kilometer zurück, während Plug-In Hybride 30 Kilometer mit reinem Elektroantrieb schaffen.

Insgesamt setzt die Mehrzahl der E-Auto-Besitzer bei weiteren Wochenendausflügen und Urlaubsfahrten auf einen konventionellen PKW. Dennoch kann sich die jährliche Laufleistung der rein elektrisch betriebenen Autos mit durchschnittlichen 10.300 Kilometern sehen lassen. Konventionelle PKW legen im Schnitt 15.400 Kilometer im Jahr zurück. Die Hybriden kommen auf 13.600 Kilometer.

Zufriedene Nutzer sprechen Empfehlungen aus

Auf das Angebot, die Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum aufladen zu können greifen nur wenige Nutzer regelmäßig zurück. Kritisiert wird hier vor allem der mangelhafte Ausbau einer Schnelllade-Infrastruktur. Der Großteil der E-Auto-Besitzer lädt die Fahrzeuge in der heimischen Garage oder an der Arbeit. Insgesamt ist die Stimmung im Hinblick auf die Nutzung der leisen Umweltflitzer überwiegend positiver Natur. 84 Prozent der privaten Nutzer würden dabei die Anschaffung eines Elektro-Autos empfehlen.

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