In den Vereinigten Staaten lösten sie zunächst einen riesigen Hype aus und gerieten dann immer stärker in die Kritik: Elektro-Tretroller zum Ausleihen wie sie etwa die Firmen Bird und Lime anbieten. In Deutschland dürfen die Gefährte aktuell nur auf privatem Gelände genutzt werden. Dies soll sich mit der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung aber zeitnah ändern. Anlass genug, sich einmal genauer die Erfahrungen aus den Vereinigten Staaten anzuschauen. Dort stellten die Krankenhäuser fest, dass sich die Zahl der Unfälle mit Elektro-Tretrollern stark erhöht hat. Dies dürfte aber nicht wirklich überraschen. Schließlich ist auch die Zahl der Nutzer gestiegen. Interessant ist allerdings, dass die deutliche Mehrzahl der Unfälle nicht durch Kollisionen verursacht wurden.


Die Tretroller reagieren sensibel auf Unebenheiten

Autos und andere Verkehrsteilnehmer stellen also keine so große Gefahr dar. Vielmehr werden Schlaglächer und ähnliche Unebenheiten zum Problem. Dies liegt nicht zuletzt an den kleinen Rädern der Tretroller, wodurch diese weniger robust sind als etwa Fahrräder. Insbesondere neuen Nutzern fehlen hier oftmals die Erfahrungswerte, was zu Stürzen führt. Die Problematik verschlimmert sich zudem, wenn die Fahrer Alkohol getrunken oder Drogen genommen haben. So haben zwei Krankenhäuser die Daten detailliert ausgewertet und kamen zu dem Schluss, dass von den 249 Personen, die nach einem Tretroller-Unfall behandelt wurden, stolze 48 Prozent über dem Alkohol-Level für Fahrtüchtigkeit lagen. 52 Prozent wurden zudem positiv auf illegale Drogen getestet. Beides dürfte sich negativ auf die Fahrfähigkeit ausgewirkt haben.


Auch Elektro-Fahrräder brachten mehr Unfälle mit sich

Dies würde den Schluss nahelegen, dass die meisten Unfälle nachts passierten. Dem widerspricht aber eine Studie des „Centers for Disease Control“ in den Vereinigten Staaten, die entsprechende Untersuchungen in Austin im US-Bundesstaat Texas durchgeführt hat. Demnach verteilen sich die Unfälle gleichmäßig über den Tag. Auch hier zeigte sich aber: Nicht Autofahrer, sondern schlechte Straßen sind die Hauptgefahren für die Fahrer der Elektro-Tretroller. Ein detaillierter Bericht soll in den nächsten Wochen vorgestellt werden. Elektro-Tretroller sind aber nicht die einzige Mobilitäts-Innovation, die eine Steigerung der Unfallzahlen mit sich brachten. Selbiges gilt auch für elektrische Fahrräder und Pedelecs. Der Hauptgrund hier: Die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Via: Electrek

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