Habt ihr noch einzelne Erinnerungen an die Zeit, als ihr etwa ein oder zwei Jahre alt gewesen seid? Forscher haben nun herausgefunden, dass diese meist nur ausgedacht sind, obwohl sie immerhin in vielen Fällen einen wahren Kern enthalten.


Erinnerungen aus dem Babyalter sind »physisch unmöglich«

Wissenschaftler der City University of London haben sich mit der Nottingham Trent University und der Universität von Bradford zusammengetan, um eine spezielle Studie durchzuführen: Sie befragten 6641 Probanden nach ihren persönlichen frühesten Kindheitserinnerungen. Immerhin konnten beinahe 40 % der Menschen von Ereignissen berichten, die im Alter von zwei Jahren oder sogar ein wenig früher stattfanden. Etwa 13 % gaben an, sehr detaillierte Erinnerungen an Geschehnisse zu haben, als sie selbst gerade mal ein Jahr alt waren. Hirnforscher haben allerdings festgestellt, dass dies physisch unmöglich ist, da die frühkindlichen Erinnerungen erst Ende des dritten Lebensjahres beginnt. Erinnerungen aus dem Säugling- und Kleinstkindalter seien somit »physisch unmöglich«.


Erzählungen der Eltern und Medien spielen tragende Rolle

Natürlich sind diese Art von Erinnerungen trotzdem keine Lügen, sie basieren wahrscheinlich auf Erzählungen der Eltern oder anderer Erwachsenen, die das heranwachsende Kind immer wieder gehört hat. So formen sich mit der Zeit Bilder und Emotionen zu einem Ereignis, das im eigenen Gedächtnis eigentlich gar nicht mehr präsent wahr. Der Eindruck entsteht, man erinnere sich tatsächlich an jenen fernen Moment! Auch Medien spielen dabei in unserer Zeit eine wichtige Rolle, weil auch Fotos, Ton- und Videoaufnahmen unsere Erinnerungen manipulieren können. Aber wer weiß, vielleicht gibt es tatsächlich auch Speicherungsmöglichkeiten der menschlichen Seele, die nicht direkt am Gehirn gekoppelt sind, denn schließlich können Wissenschaftler nur das Greifbare erforschen.

Quelle: geo.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.