Kommerzielle Raumfahrt wird auch im Tourismus-Bereich immer interessanter. Bereits heute sind Flüge ins All für Privatpersonen realisierbar – wenn auch zu horrenden Preisen. Mit fortschreitenden Technologien wird jedoch auch diese Art des Tourismus bezahlbarer werden. Die Firma World View Enterprises aus Arizona in den USA möchte Touristen mit einer Ballonkapsel an den Rand der Atmosphäre bringen. Vor kurzem konnte der Prototyp der Kapsel erfolgreich getestet werden.


Bild: World View
Bild: World View

Reise an den Rand der Atmosphäre

Der Testflug fand am 24. Oktober statt und führte einen Prototyp im Verhältnis 1:10 zu der späteren fertigen Kapsel bis zu einer Höhe von 30.625 Meter. Getragen wurde die Kapsel von einem Ballon für große Höhen, der mit Helium gefüllt war. Im Jahr 2017 soll ein bemannter Test durchgeführt werden.

This test flight is symbolic of a major step towards a new era of accessible space travel for us all”, so Jane Poynter, die CEO und Mitgründern des Unternehmens. Wobei angemerkt werden muss, dass die Ballons natürlich nicht wirklich bis in den Weltraum gelangen. Die theoretische Abgrenzung zwischen Atmosphäre und Weltraum wird durch die Kármán-Linie in 100 km Höhe vorgenommen.Bild: World View


Die spätere Kapsel soll bemannt von einem Ballon an den Rand der Atmosphäre gebracht werden, um den Insassen einen Blick auf die Erde aus dieser Höhe zu verschaffen. Die Kapseln, die auf den Namen Voyager getauft werden, werden jeweils 4500 Kilo wiegen und unter einem großen Ballon innerhalb von zwei Stunden auf Höhen von maximal 30 km steigen. Dort wird der Ballon sich dann zwei Stunden lang aufhalten und den Insassen fantastische Blicke auf die Erde bieten. Aus dieser Höhe ist auch die Erdkrümmung schon deutlich erkennbar. Die fertigen Kapseln sollen alle möglichen Annehmlichkeiten bieten, von einer Bar bis hin zu bordeigenem WiFi. Auch eine Toilette darf natürlich nicht fehlen.

Aufregend wird es für die Insassen spätestens dann, wenn es zurück zur Erde geht. Denn um den Abstieg zu beginnen wird die Kapsel sich von dem Ballon lösen, um anschließend einen Spezialfallschirm namens ParaWing zu entfalten, an dem es zurück zur Erdoberfläche geht. Dabei kann die Kapsel durch einen Piloten gesteuert werden und bis zu 480 km von dem Startort entfernt wieder landen. Die totale Flugzeit von Start bis zur Landung beträgt 6 Stunden.

Erster Test verlief erfolgreich

Der stattgefunden Test verlief außerordentlich erfolgreich und das Unternehmen ist zuversichtlich, den Zeitplan einhalten und in zwei Jahren einen bemannten Test durchführen zu können. Bereits in den nächsten Monaten sollen Tests mit einer Kapsel in Originalgröße stattfinden.

While each individual system has been analyzed and extensively tested in previous test flights, this significant milestone allowed us to test and prove all critical flight systems at once. Now we’re ready for the next major phase of development – full scale system testing”, so Taber MacCullum, der Chief Technology Officer des Unternehmens.

Als Testperson für den ersten bemannten Flug ist der ehemalige NASA-Astronaut Mark Kelly vorgesehen, dessen Zwillingsbruder Scott sich momentan im Rahmen eines Experiments bezüglich Langzeitaufenthalte im All für ein Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS aufhält. “The process to pilot and land the capsule won’t be unlike flying the Space Shuttle. Both are essentially big gliders, with which Mark already has extensive experience”, so MacCullum weiter.

Günstig wird der Flug mit einer Voyager-Kapsel nicht werden. Mit einem Preis von 75.000 US-Dollar wird dieses Vergnügen vorerst weiterhin den reicheren Bevölkerungsschichten vorbehalten sein. Allerdings kann getrost darauf spekuliert werden, dass die Konkurrenz im Bereich Weltall-Reisen für niedrigere Preise sorgen wird.

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