Im Jahr 1946 nahm die Regierung von US-Präsident Harry S. Truman Verhandlungen mit der dänischen Regierung auf. Das Angebot: Für 100 Millionen Dollar in Gold sollte die Insel Grönland zukünftig zu den Vereinigten Staaten gehören. Dahinter standen geopolitische Überlegungen, die allerdings nie realisiert werden konnten. Denn Dänemark lehnte das Angebot rundheraus ab. Einem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge hat US-Präsident Donald Trump die Idee nun allerdings wieder aufgenommen. Demnach besprach er die Idee bereits mit mehreren seiner Berater. Diese allerdings sind in ihrer Meinung gespalten. Ein Teil zeigt sich von der Idee begeistert, während andere eher den Kopf schütteln. Inzwischen hat Präsidentenberater Pat Cipollone die Aufgabe übernommen, die Thematik voranzutreiben.


Alaska kauften die USA einst von Russland

Grundsätzlich brächte der Kauf Grönlands für die Vereinigten Staaten zwei große Vorteile mit sich. Zum einen spielt die Arktis im Rahmen geopolitischer Überlegungen eine immer wichtigere Rolle. Hier könnte Grönland für die USA einen wichtigen Fuß in der Tür bedeuten – zumal sich dort ohnehin schon eine Basis des US-Militärs befindet. Außerdem finden sich auf der Insel wichtige Rohstoffe wie Öl, Uran und seltene Erden. Ganz ohne Vorbild wäre der Kauf eines größeren Staatsgebiets für die Vereinigten Staaten nicht. So kaufte die US-Regierung 1867 von Russland das riesige Gebiet Alaskas. Bei den Planungen zu Grönland gibt es allerdings noch einen Haken: Bisher ist nicht bekannt, was die dänische Regierung von der Idee des US-Präsidenten hält. Mehrere Anfragen von verschiedenen Medienhäusern blieben vorerst unbeantwortet.


Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb Dänemarks

Ganz so einfach dürfte der Verkauf ohnehin nicht werden. Denn Grönland besitzt innerhalb des Königreichs Dänemark einen autonomen Status. Eine lokale Regierung kümmert sich daher um alle wichtigen Fragen vor Ort, während in Kopenhagen vornehmlich die Außenpolitik betrieben wird. Ein Staatenwechsel ohne die Zustimmung der rund 56.000 Bewohner ist daher wohl nicht denkbar. Interessant allerdings: Im September wird US-Präsident Trump erstmals Dänemark besuchen. Bisher wird aus Regierungskreisen zwar versichert, dass diese Reise nichts mit dem Thema Grönland zu tun habe. Trump ist allerdings dafür bekannt, Themen auch spontan in den Fokus zu rücken. Gut möglich also, dass die dänische Regierung sich bald näher äußern muss.

Via: Business Insider

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1 Kommentar

  1. Jan

    16. August 2019 at 11:16

    Die USA könnten jedem Bewohner 1000 Dollar versprechen, wenn sie dem Wechsel zustimmen. Da könnte sich vielleicht eine Mehrheit ergeben. Selbst 5000 Dollar wären im Endeffekt nicht viel.

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