Großbritannien hat auf dem Wohnungsmarkt ähnliche Probleme wie Deutschland. Viele Menschen verlassen die ländlichen Regionen und ziehen in Richtung der Großstädte. Dadurch kommt es innerhalb der begehrten Städte zu einer Knappheit an Wohnraum. Die Folge: Die Mieten und Wohnungspreise sind teilweise für Durchschnitts- und Geringverdiener nur schwer zu stemmen. Für Arbeitslose und Obdachlose gilt dieselbe Problematik zudem in verschärfter Form. Ein Pilotprojekt in Brighton hat nun ein Mietshaus aus alten Schiffscontainern entwickelt und gebaut. Entworfen wurde diese Form des Wohnens für Leute, die sich andernfalls keine eigene Wohnung leisten könnten.


36 Wohnungen kosteten 900.000 Pfund

Eine einzelne Wohnung besteht dabei aus drei Einheiten. Einem Schlafbereich, einer Küche und einem Bad und WC. Insgesamt sind auf diese Weise in Brighton 36 Wohnungen entstanden. Diese konnten vergleichsweise platzsparend gebaut werden, weil Schiffscontainer extrem einfach stapelbar sind. Insgesamt kosteten Planung und Bau des Container-Mietshauses gut 900.000 Pfund. Langfristig sollen diese Kosten durch die Mietzahlungen der Bewohner, die diese aus staatlichen Wohngeldzuschüssen bestreiten, refinanzieren. Weitere neun Container beherbergen zudem keine Wohnungen, sondern können als Büros oder Gemeinschaftsraum genutzt werden.


94 Prozent sehen Wohnsituation als verbessert an

Sinn und Zweck eines Pilotprojektes ist es immer auch, die Vor- und Nachteile einer Konstruktion zu erkennen. Deswegen hat der Projektentwickler „QED Property“ eine Befragung der Bewohner durchführen lassen. Das Ergebnis fällt grundsätzlich sehr positiv aus. Immerhin 94 Prozent der Befragten gaben an, dass die Wohnsituation in den Container „besser“ oder „viel besser“ ist, als in den Wohnungen in denen sie zuvor lebten. Allerdings wurde auf die mangelnde Isolierung der Container hingewiesen. Im Winter wurde es dort nicht nur kälter als in normalen Wohnungen, sondern auch die Heizkosten waren ungewöhnlich hoch. Solar-Panels auf dem Dach sollen allerdings dafür sorgen, dass zumindest die Stromrechnung der Bewohner im Gegenzug möglichst niedrig bleibt.
Ganz neu ist die Idee, alte Schiffscontainer zum Bau von Gebäuden zu verwenden, allerdings nicht. Bekannt ist beispielsweise der Flagship-Store des Taschenherstellers „Freitag“ in Zürich. Dieser ist 26 Meter hoch, bietet vier Verkaufsflächen und besteht ausschließlich aus recycelten Schiffscontainern. In Amsterdam und Berlin gibt es zudem verschiedene Bauprojekte, die bewohnbare alte Schiffscontainer vornehmlich an Studenten vermieten. „QED Property“ möchte dieses Konzept nun weiter entwickeln und so günstigen Wohnraum für Jedermann anbieten. Als nächstes plant die Firma ein entsprechendes Projekt in London zu verwirklichen. Der Standort ist gut gewählt – London besitzt europaweit mit die höchsten Mieten.

Quelle: Gizmag

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