Obwohl wir in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte in der medizinischen Wissenschaft gemacht haben, gibt es Krankheiten, die wir immer noch nicht wirklich im Griff haben. Zu diesen Krankheiten gehört Alzheimer. Aktuelle Behandlungsmethoden beschränken sich häufig darauf, in engen Grenzen gegen bestimmte Symptome zu wirken, aber bisher gibt es weder eine allgemeine Therapie gegen den degenerativen Zerfall der Leistung unseres Gehirns, noch eine Möglichkeit, die Krankheit zu heilen. Forscher der University of Leicester haben einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Alzheimer geleistet: In einer Studie gelang es ihnen, mit einem Wirkstoff bei Mäusen mit einer ähnlichen Erkrankung Gedächtnislücken zu schließen und den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen.


Brain Scan
Foto: MRT Scans, Gerwin Sturm, Flickr, CC BY-SA 2.0

Neuer Wirkstoff ohne nennenswerte Nebenwirkungen

Das Team rund um Andrew Tobin verwendete eine Stoffklasse namens allosterische Liganden, die ein Protein namens M1 Muskarinrezeptor im Gehirn aktivieren. Diese Rezeptoren kommen vor allem im Hippocampus und im Cortex des Gehirns vor und wird mit der Entwicklung von Alzheimer in Verbindung gebracht. Mehrere Studien haben in der Vergangenheit die Wirkung von Medikamenten, die den M1 Muskarinrezeptor aktivieren, untersucht und festgestellt, dass diese die kognitiven Leistungen von Tieren verbesserten, die unter fortschreitender Gehirndegeneration litten.

Das Problem an der Sache: Auch wenn die Aktivierung des M1 Muskarinrezeptors vielversprechende Ergebnisse zeigte, litten die Tiere, die die entsprechenden Medikamente einnahmen, unter extremen Nebenwirkungen. Der allosterische Ligand, der von dem Team aus Leicester benutzt wurde, zeigte jedoch positive Wirkung, ohne schwere Nebenwirkungen zu provozieren. Außerdem schien eine tägliche Einnahme sich lebensverlängernd auszuwirken.


We have been using mice whose brain cells are progressively dying, similar to what happens in Alzheimer’s disease. We have treated mice with a new class of drug, and found that these drugs can not only improve symptoms of brain degeneration, such as cognitive decline, but can also extend the lifespan of these terminally-sick mice„, so Andrew Tobin.

Auf dem Weg zum lebensverlängernden Medikament

Das Team hofft, dass die Studie andere Forscher und Pharmazie-Unternehmen dazu motiviert, auf die Ergebnisse aufzubauen und letztlich zu neuen Medikamenten führt, die sich den Wirkmechanismus am M1 Muskarinrezeptor zu Nutze machen.

This work may provide important information as to whether this protein is a viable drug target in the treatment of diseases associated with the progressive death of brain cells. This is of great importance to society, based on the fact that the treatment options for Alzheimer’s disease are very limited – there are no cures for Alzheimer’s disease and current treatments are focused on relieving some of the symptoms„, so Tobin weiter.

Eine Heilungsmethode für Alzheimer haben die Forscher der University of Leicester also auch nicht gefunden. Es ist auch unwahrscheinlich, dass der Ansatz mit der Aktivierung des M1 Muskarinrezeptors zu solche einer Heilung führen wird. Aber bis wir Alzheimer endgültig besiegt haben, sind neue medikamentöse Therapien ein guter Ansatz, um das Leben von Alzheimer-Patienten angenehmer zu verbessern und unter Umständen sogar zu verlängern.

via New Atlas

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