Der Kryptomarkt boomt weiterhin, und es ist kein Ende in Sicht. In einem interessanten Gedankenexperiment fragt der US-Investor Sam Altman, inwieweit eine mögliche Tokenisierung des US-Dollars sich auf den Markt auswirken würde und identifiziert die US-Regierung als möglichen Big-Player im Bereich Kryptowährungen.


Digitale Wallet statt Cash

Eins vorweg: Die Idee, eine Kryptowährung durch eine Regierung ins Leben rufen zu lassen, widerspricht ein wenig dem eigentlichen Konzept hinter der Idee, nämlich, die Übertragung von Werten und die Kontrolle über Geldsysteme von staatlicher Kontrolle zu trennen. Davon abgesehen jedoch könnte die US-Regierung auf dem Krypto-Markt eine ganze bewegen. Außerdem ist sowieso zu erwarten, dass es in Zukunft mehr Regularien für Kryptowährungen und allgemein die Blockchain-Technologie geben wird.


Altman stellt sich ein System vor, in dem jeder US-amerikanische Bürger eine bestimmte Anzahl digitaler Coins erhält, die von der Regierung im Nachhinein nicht mehr verändert werden können. Langfristig könne die Tokenisierung des US-Dollars auch auf dem Weg in eine bargeldlose Gesellschaft helfen. Diese ist zwar nicht von jedem erwünscht, würde aber die Notwendigkeit eliminieren, Papiergeld herzustellen. Allein für das Jahr 2018 beträgt der Posten im Budget der Federal Reserve der USA, der für die Produktion von Geldnoten vorgesehen ist, 860 Millionen US-Dollar. Mit diesem Budget sind aber noch keine Münzen produziert worden.

Die Umsetzung wäre schwierig

Ganz so einfach, wie Altman es sich vorstellt, wäre es allerdings nicht. Er übersieht etwa, dass auch heute etwa 25 Prozent der Menschen in den USA kein Smartphone besitzen. Und nur 70 Prozent der Einwohner haben Zugang zu Breitbandinternet. Damit eine nationale Kryptowährung funktionieren kann, müsste aber jeder Bürger Zugang zu beidem haben. Außerdem scheint es unwahrscheinlich, dass die massiven Armutsprobleme in den USA sich mit einer Kryptowährung lösen ließen. In Altmans Gedankenexperiment spielt dies aber eine wichtige Rolle.

Trotz dieser Probleme könnte sich eine staatliche Kryptowährung für die USA und auch für andere Staaten mittelfristig als gute Investition herausstellen. Vorerst gibt es aber noch zu viele Hindernisse, die die Umsetzung erschweren würden. Das Ende des Bargelds ist auch in den USA vorerst also nicht abzusehen. Zumal eine Kryptowährung vorerst wahrscheinlich so oder so erstmal eine Ergänzung zum Bargeld wäre.

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