Amerikanische Ärzte haben an einem Krebspatienten die weltweit erste Transplantation von Teilen des Schädels und der Kopfhaut durchgeführt. Der Patient namens James Boysen erhielt das kraniofazielle Transplantat nach einer seltenen Krebserkrankung zeitgleich mit einer neuen Niere und einem neuen Pankreas.


Schädeltransplantation
Bild: MD Anderson Cancer Center

Die Transplantation rettete Bossen das Leben

James Boysen leidet seit 2006 unter einem Leiomyosarkom, einer äußerst seltenen Krebsart, die die glatte Muskulatur befällt. Er erhielt eine Behandlung aus einer Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung, die aber nicht verhindern konnte, das es an seinem Kopf zu einem Loch von 25 x 25 cm kam, das das Gehirn ungeschützt ließ. Zusätzlich litt Boyosen unter einem dualen Organversagen. Sowohl seine Niere als auch sein Pankreas, die er beide 1992 als Transplantat zur Behandlung seiner Diabetes erhielt, versagten langsam. Die dringend benötigte Transplantation beider Organe wurde jedoch durch die Wunde an seinem Kopf behindert. Zusätzlich hinderten die immunsupressiven Medikamente, die er aufgrund der Transplantationen einnahm, seinen Körper an der Wundheilung.

Ein Ärzteteam rund um Dr. Jesse Selber, einem Facharzt für rekonstruktive Chirurgie am MD Anderson, entschied sich dazu, die Transplantation der Niere und des Pankreas mit der weltweit ersten kraniofaziellen Transplantation zu verbinden. So bekam Boysen zusätzlich zu den beiden Organen Teile des Schädels sowie seiner Kopfhaut ersetzt.


This was a truly unique clinical situation that created the opportunity to perform this complex transplant”, so Selber in einem Statement.

Ein großes Ärzteteam schreibt Medizingeschichte

Das Team, das letztlich die Operation durchführte, bestand aus 50 Ärzten, unter ihnen Schönheitschirurgen, einer Gruppe Transplantationschirurgen und Neurochirurgen. Es handelte sich um die weltweit erste Transplantation dieser Art mit einem menschlichen Spender.

This was a very complex surgery because we had to transplant the tissues utilizing microsurgery. Imagine connecting blood vessels 1/16 of an inch under a microscope with tiny stitches about half the diameter of a human hair being done with tools that one would use to make a fine Swiss watch”, so Dr. Michael Klebuc vom Houston Methodist Hospital.

Zwei Wochen nach der Operation konnte Boysen das Houston Methodist Hospital wieder verlassen. Er befindet sich momentan in einem Rehabilitations-Zentrum.

I’m amazed at how great I feel and am forever grateful that I have another chance to get back to doing the things I love and be with the people I love”, so Boysen.

Patient und Ärzte in einer Pressekonferenz

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