Um die andauernde Trockenheit in der südafrikanischen Metropole Kapstadt zu überwinden, hat der Bergungstechniker Nick Sloane einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet: Er will Eisberge aus der Antarktis nach Südafrika bringen und diese dort als Frischwasserquelle nutzen. Sloane, der weltweit Bekanntheit durch die Bergung des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia erlangte, hat eigenen Angaben zufolge geeignete Eisberge rund 2.700 Kilometer südwestlich von Kapstadt gefunden. Rein technisch könnten diese vergleichsweise einfach vor die Küste Kapstadts gebracht werden. Denn ein Großteil der Arbeit könnte durch den Zirkumpolarstrom und den Benguelastrom erledigt werden. Während der Fahrt soll der rund 250 Meter dicke Eisberg mit Planen geschützt und von zwei Schleppern begleitet werden.


Die Technik wurde in der Antarktis noch nicht erprobt

Vor Ort soll das schmelzende Wasser dann in Tanks gepumpt und verkauft werden. Als Preis wird ein Wert von weniger als 30 Rand pro Kiloliter angestrebt. Dies wäre zwar recht teuer, würde aber noch im Rahmen liegen. Zum Vergleich: Wasser aus den geplanten Entsalzungsanlagen soll rund 20 Rand pro Kiloliter kosten. Die Stadtverwaltung von Kapstadt betrachtet die Pläne von Sloane aber mit einer gehörigen Portion Skepsis. Diese ist auch nicht ganz unbegründet. Denn bisher wurde das Einfangen von Eisbergen nur in vergleichsweise ruhigen Gewässern durchgeführt. Ob sich die Technik auch in der rauen See der Arktis einsetzen lässt, ist daher fraglich. Von daher lässt sich noch nicht seriös prognostizieren, wie hoch die Kosten letztlich tatsächlich ausfallen werden. Die beteiligten Ingenieure gehen aber davon aus, rund 150.000 Liter Wasser pro Tag gewinnen zu können.

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Zuletzt aktualisiert am 25.01.2020

In den USA gab es bereits ähnliche Gedankenspiele

Neu ist die Idee in jedem Fall nicht. Ursprünglich wurde sie von dem französischen Ingenieur Georges Mougin entwickelt, der die Reise der Eisberge inzwischen auch bereits per 3D-Simulation anschaulich dargestellt hat. Bereits in den 1970er Jahren wurde zudem überlegt, auf diese Weise die Vereinigten Staaten mit Frischwasser zu versorgen. So gesehen sind die nun veröffentlichten Pläne mit Kapstadt noch vergleichsweise realistisch: Immerhin liegt das Zielgebiet noch recht nahe an der Antarktis. Zunächst ist nun allerdings ein gemeinsamer Workshop mit der Universität Kapstadt geplant, bei dem das Projekt weiter vorangetrieben werden soll. Rund um Sloane hat sich zudem bereits ein Team von Wissenschaftlern und Ingenieuren gebildet: Das sogenannte Southern-Ice-Team.


Via: CNN

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