Diese türkischen Müllmänner sind alles andere als gewöhnlich: Sie haben sich in einem renovierten Fabrikgebäude angesiedelt und es sich dort richtig gemütlich gemacht. Neben einem Barbiersalon und einem Café ist jetzt auch eine Bücherei entstanden, und zwar aus Tausenden von weggeworfenen Büchern.


Bild: Bookshelves, Germán Poo-Caamaño, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Bücherei ist inzwischen für jeden geöffnet – kostenlos!

Im Müll findet sich alles Mögliche, vieles davon ist noch erstaunlich gut zu gebrauchen. Die aus Ankara stammenden Müllmänner gründeten bereits ihre eigene Band mit defekten Mülltonnen als Trommeln. Nun sammelten sie etwa 4.700 Bücher aus dem Müll, um sich eine eigene Bücherei einzurichten. Zuerst sollte die neue Bibliothek nur den Mitarbeitern zur Verfügung stehen, doch das Projekt ist derart eskaliert, dass die vielen Bücher nun auch für Nicht-Müllmänner kostenlos ausleihbar sind. Täglich kommen neue Schriftstücke hinzu, einige sogar per Post aus anderen Städten, die ihre »Abfall«-Bücher ebenfalls sinnvoll einsetzen möchten. 1.500 der neuen Bücher sind noch gar nicht einsortiert, aber die Müllmänner bemühen sich nach Kräften.

Demnächst soll noch eine mobile Bücherei entstehen

17 verschiedene Kategorien besitzt die Müll-Bücherei inzwischen schon und bedient damit jeden Geschmack. Es gibt Kinderliteratur, Ratgeber und natürlich auch Liebesromane! Einige der Bücher sind nicht mehr wirklich als Lesestoff brauchbar, sie dienen als praktische Buchstützen. Aktuell planen die Müllmänner, sich eine mobile Bücherei anzuschaffen und damit Schulen zu besuchen. Die Idee kam auf, als immer mehr Kinder ihnen erzählten, dass ihre Schule keine Bibliothek besitze oder nur eine viel zu kleine Bücherei mit ganz wenig Büchern. Der Initiator Urtekin äußert sich mehr als zufrieden: »Wir sind glücklich. Das Projekt hat uns eine neue Identität gegeben.«


Hier zeigt sich wieder, wie befreiend es ist, einmal außerhalb der Box zu denken! Warum sollten Müllmänner nur Müll einsammeln und der Vernichtung preisgeben? Sie können auch ein überraschend schönes, soziales Projekt auf die Beine stellen – und die Menschen mit lustiger Musik unterhalten. In anderen Berufszweigen könnten ähnliche Möglichkeiten versteckt liegen, man muss sie nur finden und ausleben!

Quelle: spiegel.de

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