Die Hacker-Vereinigung Anonymous beteiligt sich weiterhin aktiv im Kampf gegen den Islamischen Staat und konnte jüngsten Berichten zufolge bereits neue Erfolge erzielen. Nach den Terroranschlägen in Paris konnten die Cyberaktivisten bereits mehr als 5.500 Twitter-Accounts lahm legen und die Identitäten verdächtigter Terroristen veröffentlichen. Nun habe man auch noch IS-Konten sperren können, die insgesamt drei Millionen US-Dollar schwer waren.


Anonymous dreht dem IS den Geldhahn ab

Das russische Nachrichtenportal Politexpert zitiert Anonymous aktuell wie folgt: „Wir sind sicher, dass wir Konten mit drei Millionen Dollar für die Unterstützung der Kämpfer ausfindig gemacht haben.“ Es handelt sich dabei um elektronische Konten, die Bitcoins als Zahlungssystem nutzen. Die meisten der IS-Konten sollen die Hacker bereits gesperrt haben. Bitcoins gelten vor allem als sogenannte „Schattenwährung“, die vorrangig im Darkweb verwendet wird.


Nachdem Anonymous dem Islamischen Staat nach der Terrorserie in Paris den virtuellen Krieg erklärte, meldete sich die dem IS nahestehenden Gruppe „Islamic Cyber Army“ zu Wort und machte sich mehr oder weniger über die Ankündigung lustig. „Was wollen die schon hacken, außer ein paar Twitteraccounts oder E-Mail-Adressen?“, wurde gefragt. Eine schmerzhafte Antwort wurde nun geliefert.

Anonymous ist ein loses Kollektiv, dem auch Splittergruppen wie die Ghost Security Group angehören. Gegenüber BBC gab ein Sprecher der Gruppe jüngst bekannt, dass unter anderem Twitter-Chats gescannt und mitgeschnitten werden, die teilweise nur wenige Minuten online sind. Zudem sammelt die Organisation Informationen aus einschlägigen Online-Foren und leitet diese umgehend an die zuständigen Sicherheitsbehörden weiter. Demnach soll auch bereits ein Anschlag auf der Insel Djerba verhindert worden sein. Offizielle Stellungnahmen gibt es dazu jedoch bisher noch nicht.

Vorsicht vor Facebook-Fake-Seite

Theoretisch kann jeder Anonymous sein und auf eigene Faust unter dem Deckmantel der geheimen Gruppierung agieren. Das Hackernetzwerk erlangt aktuell wieder einmal viel Aufsehen und glänzt mit vorbildhaften Taten. So schnell die Jungs erscheinen, verschwinden diese jedoch oftmals auch wieder. Anonymous informiert unter anderem über Facebook und hat dort bereits Millionen Fans. Es wird aktuell jedoch auch wieder einschlägig vor Seiten gewarnt, die den Hype ausnutzen und unter dem Deckmantel der Anonymous-Gruppierung über eine Fake-Seite rechtsradikales Gedankengut verbreiten. Vor mehr als einem Jahr äußerte sich Anonymous in einem Video zu der deutschen Facebook-Seite „Anonymous Kollektiv“ wie folgt: „Es ist Zeit, dass wir uns von dieser Seite distanzieren. (…) Aktivisten in Deutschland sehen sich davon absolut nicht repräsentiert.“

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4 Kommentare

  1. Tobias

    24. November 2015 at 20:11

    Wird alles immer als Riesenerfolg verkauft. Wenn die DAESH aufs Jahr gerechnet nach Schätzungen 1-2Mrd einnehmen werden die hier wahrscheinlich in Tränen ausbrechen.
    Die Bombardierung wird auch als Erfolg verkauft. Es gibt zwar Gebietsgewinne aber letztlich nur durch die Bodentruppen kaum Verluste unter den nach Schätzungen 80-100k DAESH Terrorschlächtern die letztlich in Ausgangsländer als ausgebildete Terroristen zurückkehren und als freie Menschen unter uns leben und Anschläge verüben.

  2. Someone

    25. November 2015 at 09:22

    Anonymous hat die Bitcoins nicht aufgedeckt. Das war immerhin die Ghost Security Group. Schön wie die Nachrichten alles in einen Topf stopfen:

    http://securityaffairs.co/wordpress/42039/intelligence/isil-bitcoin-address-3m-usd.html

  3. Someone

    25. November 2015 at 09:30

    OK ich kann nicht lesen. Ist zu früh am Morgen. Steht ja alles drin m|

  4. Michael Kammler

    25. November 2015 at 12:55

    🙂 Ich vergebe dir Someone 🙂

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